Autotour von Funchal in den Nordwesten über die Paul da Serra und zurück über den Encoumeada Pass.

Mit
einem gemieteten
VW Golf war unsere erste Tagestour eine der
reizvollsten auf Madeira. Ein Zwischenaufenthalt war eine Wanderung in
Rabacal zu den 25 Wasserfällen. Man sollte sehr früh
aufbrechen um diese Tour mit Wanderung an einem Tag zu schaffen. Wir
fuhren von Funchal in Richtung Ribeira Brava.

Die
kurvenreiche Küstenstraße führt bis
Camera de Lobos. Unendlich viele Bananenplantagen sind
das auffälligste auf diesem Streckenabschnitt. Falls man dieses
Fischerstädtchen noch nicht besucht hat, sollte man unbedingt hier einen
Stopp einlegen. Am Ortsausgang kommt man zur Auffahrt des Pico
da Tores. Der Überblick auf die Bucht von Camera de Lobos ist
beeindruckend.
Die
nächsten Kilometer zum
Capo Giaro sind gut ausgeschildert.
Die
Besichtigung des 580 m hohen Kliffs gehört zu den Höhepunkten der Insel.
Besonders der Blick in die Tiefe ist gewaltig und nur etwas für
Schwindelfreie. Das Kliff gehört zu den höchsten der Welt. Das nächste
Ziel war das Städtchen Ribeira Brava. Ein kurzer
Aufenthalt ist angebracht. Die kleine Stadt ist leicht zu erkunden.
Die
zahlreichen Tische der Cafes bzw. Restaurants mit Blick auf das Meer
laden zum verweilen ein. Auch die Kirche Sao Bento mit
ihrem
großen Vorplatz ist sehenswert. Weiter geht es dann in nördlicher
Richtung durchs Inselinnere. Unsere nächsten Ziele waren der Ort
Serra de Agua
und der Gebirgspass Boca de Encoumeada. Kurz vor Serra de Agua, was
übersetzt "Gebirge des Wassers" bedeutet beginnt der
stetige Aufstieg in die Bergwelt Madeiras.

Im
Ort selbst gibt es nichts Besonderes zu sehen. Einen schönen
Aussichtspunkt bietet der in 634 m Höhe gelegene Pousada dos
Vinhaticos. Hier hat man einen Blick auf dem Ort und kann auch
die Bergwelt bewundern. Auf 1007 m liegt der Encoumeada Pass, an dem
sich die wichtige Nord-Süd-Achse zwischen
Sao Vincente und Ribeira Brava mit der
Hochstraße, die auch nach Porto Moniz führt, kreuzt. Wir hatten schönes
Wetter und konnten von einem der vielen Aussichtspunkte eine tolle
Aussicht genießen.
Wir sahen die Nordküste mit Sao Vicente und die
Südküste mit Ribeiro Bravo. Im Westen erkannten wir die
Hochebene
Paul da Serra und im Osten die höchsten Berggipfel der
Insel. Interessant ist auch das Spiel der Wolken, wenn diese die Hochebene
überqueren um dann steil an den Berghängen abzufallen. Wir fuhren, nachdem
wir uns satt gesehen hatten, zu unserem nächsten Ziel nach
Rabacal.

Zunächst
fährt man noch durch bergiges und bewaldetes Gebiet, doch dann wechselt
die Vegetation und nur niedere Sträucher und Büsche sowie
Weidelandschaft die hauptsächlich aus Heidekraut besteht, bestimmen das
Landschaftsbild.

Wir
passieren die Abzweigung nach Arco da Calheta, nach weiteren 5 Kilometer
führt rechts ein unscheinbarer Weg zu einem der bekanntesten
Ausflugziele auf der Insel, Rabacal. Es ist der
Ausgangspunkt für die Wanderung zu einem Wasserfall und der
Levada das 25 Fontes (Quellen) die hier einen kleinen
halbrunden Teich speisen.
Wegbeschreibung: Mittelschwere Levadawanderung mit
einem Auf-und Abstieg von etwa 80 Höhenmetern. Schwindelfreiheit und
Trittsicherheit erforderlich.
Gehzeit: 2 Stunden mit Rückweg.

Üppig
mit einheimischem Lorbeerwald bewachsen ist der obere Teil des Tales der
Ribeira da Janela in dem die Levada da 25 Fontes
verläuft. Ein einmaliges Naturschauspiel begleitet einen an der
unzugänglich wirkenden Landschaft, bis zum Ziel der Wanderung. Nach
einer kurzen, intensiven Pause ging es den selben Weg zurück zum
Parkplatz. Wir setzen die Fahrt durch das nahezu unberührte Hochland
Madeiras fort.
An
geeigneten Stellen machten wir halt
um
die besondere Landschaftsform zu genießen. Im Norden sieht man das tief
eingeschnittene Tal Ribeira do Seixal. Wir fuhren
weiter Richtung Porto Moniz. An einem ausgeschilderten
Miradouro
hat
man einen tollen Überblick auf den Ort bevor es die
Serpentinen
hinunter nach Porto Moniz geht. Die Höhepunkte von Porto Moniz sind ohne
Zweifel die Lavapools mit der kleinen Vorgelagerten Ilheu Mole
mit dem Leuchtfeuer.
Um die Naturbecken liegt das
touristische
Zentrum des Ortes. Nach diesem Aufenthalt fuhren wir weiter
nach Sao Vicence. Die wildromantische
Nordküstenstraße war ein weiterer Höhepunkt dieser Tagestour.
Das besondere daran ist die Mischung zwischen der Lage unmittelbar am
Atlantik
mit den vorgelagerten Brandungsfelsen und der engen Straße selbst, die
durch einige Tunnel geführt
wird.
Wir durchquerten einige Tunnels und waren dann in Seixal.
Hier machten wir noch einmal eine kurze Pause bevor wir auf der
eindrucksvollen Strasse die letzten Kilometer nach Sao Vicence fuhren.
Sao
Vicence ist ein ruhiges Städtchen, das 1928 bei einem Erdrutsch stark
verschüttet wurde. Es wurde neu
aufgebaut
und hat dafür auch eine Auszeichnung für die Restaurierung der
historischen Häuserfassaden bekommen. Wer Zeit hat kann die Grotten von
Sao Vicence besuchen. Wir hatten sie nicht, denn wir wollten vor der ganz
großen Dunkelheit wieder in
Funchal
sein. Es geht wieder in die Höhe bis zum Encumeada- Paß. Kurz vor
Ribeira Brava fuhren wir auf der Autobahn und dann weiter nach Funchal.
Es war die schnellere und auch eine sichere Strecke, vor allem wenn es
dunkel wird.
