Von Germignaga nach Laveno, mit der Fähre nach Verbania und weiter zum Lago d`Orta, dann zurück über Stresa nach Germignaga
Von
Germignaga nach
Laveno sind es 15 Kilometer. Allerdings braucht man für diese
kurze Strecke doch weit mehr als eine halbe Stunde auf der kurvenreichen Uferstrasse. Laveno liegt mit seiner langen Uferpromenade am einzigen
natürlichen Hafen des Ostufers am Lago Maggiore.
Für
Autoreisende ist Laveno von großer Bedeutung, denn von hier geht die
einzige Autofähre über den See und verbindet das Ostufer mit Verbania
(Intra) am Westufer in gut 25 Minuten Fahrzeit. Mit dieser
Fährverbindung kann man das West- und Ostufer zugleich erkunden, ohne
jedes Mal den See umfahren zu müssen, das wären über Locarno immerhin
ca. 120 und über Sesto Calende ca. 100 km. Mit 32,60 Euro ist die Fähre
für hin und Rückfahrt doch meines Erachtens nicht gerade billig. So fuhr
ich nur an diesem einzigen Tag über den See. Während Laveno selbst keine
großartigen Sehenswürdigkeiten bietet, entschädigt der Blick bei schönem
Wetter zu den Borromäischen Inseln und über den mittleren See hinüber
auf das andere Seeufer mit Verbania und den dahinter liegenden
Viertausendern des Monte-Rosa-Massivs und der Walliser Berge.


In
Laveno führt eine Seilbahn zum Poggio Santa Elsa (974 m) und eine kleine
Wanderung von 20 Min. führt zum Gipfel des 1.062 m hohen Sasse del
Ferro. Von hier oben bietet sich ein einzigartiges Panorama über die
Bucht von Laveno. Zu Fuß kann man in 1,5 Stunden wieder nach Laveno
hinunter wandern.
Verbania
entstand 1939 durch die Zusammenlegung der vorher selbständigen
Gemeinden Intra und
Pallanza
mit ihren jeweiligen Ortsteilen und ist daher eine Ansammlung
verschiedener Orte am See und in den Hügeln, die viele Möglichkeiten zu
Spaziergängen bieten.
Während
sich in Pallanza mit Verbania vom See aus gesehen seinen Villen und
Hotels noch der etwas mondäne
Einschlag
des Fremdenverkehrs aus dem 19. Jahrhundert erhalten hat, ist Intra
dagegen ein pulsierender Mittelpunkt von Handel und Gewerbe.
Verbania
ist heute die Provinzhauptstadt des piemontesischen Teils des Lago
Maggiore. Die Villa Taranto gehört zu der Hauptatraktion von
Verbania.
Leider war diese an diesem Tag geschlossen. Wenn man durch die engen
Gassen der Innenstadt spaziert, gefallen die kleinen schmiedeeisernen
Balkone mit teilweise sehr schönen Blumenschmuck. Alles macht einen
sauberen und gepflegten Eindruck. Nach einem Spaziergang an der
Strandpromenade fuhr ich dann weiter zum Lago d `Orta, der westlich vom
Lago Maggiore - durch eine hohe Hügelkette von diesem getrennt ist.
Der
13 km lange
Lago d'Orta (Ortasee) ist eine Region der Ruhe und
Ausgeglichenheit mit deutlich weniger Besiedlung und touristischem
Trubel. Nicht vergleichbar mit den Lago Maggiore. Der interessanteste
Ort am See ist Orta San Giulio mit etwa 1200 Einwohnern, der auf einer
lang gestreckten Halbinsel in den See hineinreicht. Kurz nachdem man die
Ortschaft passiert hat, geht es rechts hinauf zum Sacro Monte d
´ Orta.
Der
Sacro Monte d `Orta ist ein Andachtsweg in einer wunderschönen Panoramaanlage,
bestehend aus 20 Kapellen mit Wandmalereien und Gruppen von
Terracottastatuen in Lebensgröße, die das Leben des Heiligen Franziskus
von Assisi darstellen.
Jede
einzelne Kapelle stellt eine Szene aus dem Leben des Heiligen dar.
Ausgewählt wurden wichtige Episoden des Daseins des Mannes der als der
"Alte Christus " bezeichnet wird. Auch die Vegetation wurde in den
religiösen Weg als kreativer Baustein integriert, um den Pilger oder
Besucher zu einer Erholungspause an einem schattigen Plätzchen mit
spektakulärem Ausblick auf dem See und den unterhalb liegenden Ort zu
verleiten. Auch die fast mittig im See liegende Insel San Giulio
ist ein schönes Panorama.
Das
Inselchen ist von Nonnen bewohnt.
Ein
Autofreies Städtchen ist Orta San Giulio. Ein großer
Parkplatz für Autos und Busse liegt vor der Stadt. Vom Parkplatz geht
man hinunter und über Kieselsteinpflaster durch enge dunkle Gässchen mit
hohen barocken Häusern und oft sehr schönen Innenhöfen und Säulengängen.
Plötzlich öffnet sich der große zentrale Platz, der Piazza Mario
Motta.
Am Randes dieses beeindruckenden Platzensembles aus dem
16.
Jahrhundert steht der freistehende Palazzo delle Communità, das
ehemalige
Rathaus, ein Renaissancebau von 1583 mit offenem Laubengang und
verblassten Wandmalereien an den Außenmauern. Zum Westen hin ist der
Piazza Mario Motta zum See hin offen
und
es bietet sich einem einer der schönsten
Ausblicke
auf die Insel San Giulio und das gegenüberliegende Ufer des Sees.
Das Verweilen hier war ausgesprochen schön.

Ich
wäre gerne etwas länger geblieben, aber das nächste Ziel war die Stadt
Stresa,
einer der bekanntesten Bade- und Erholungsorte in Europa. Die gepflegte
Uferpromenade vor der Kulisse der großen Hotels ist allemal einen Besuch
wert. Stresa´s Lage am Südufer des
Borromäischen
Golfs, mit einem traumhaften Blick über den Golf und seine Inseln zum
gegenüberliegenden Ufer bis zum Monte Tamaro im Norden und sein
reizvolles Hinterland um den
Mottarone,
machte Stresa schon früh zu einem beliebten Treffpunkt für Künstler und
Dichter, den Geldadel, aber auch für gekrönte Häupter und die Politik.
Blickfang
an der Uferpromenade ist das 5 Sterne "Grand Hotel des M.es
Borromees". Das Hotel befindet sich inmitten eines Parks direkt
am Lago Maggiore mit wunderschönem Blick auf die Borromeo Inseln
und die umliegenden Alpen.
Die
Borromäischen Inseln liegen im gleichnamigen Golf des
Lago Maggiore. Es sind insgesamt vier Inseln. Die schönste davon ist die
Insel "Isola Bella" nahe von Stresa.1632 begann der Graf Vitaliano
Borromäus mit dem Bau des
monumentalen
Barockschlosses und der eindrucksvollen Gartenkulisse, die der Insel zum
Ruhme verhalfen und auch heute noch den Glanz einer Epoche
dokumentieren. Mit Ausflugsbooten können 3 der Inseln besucht werden,
Isola Bella, Isola Madre und Isola di Brissago.
"Wie phantastisch und außergewöhnlich die Isola Bella auch
sein mag und ist, sie ist immer wieder wunderschön."
(C. Dickens, 1844)
Erwähnen
möchte ich noch die Seilbahn "Alpino Mottarone". Vom Plazzale Lido, im
Vorort Caciano di Stresa, fährt die Seilbahn ab, die 40 Personen pro
Kabine fasst und auf der 20 Minuten dauernden Auffahrt eine Höhe von
1491 m erreicht. Vom Mattarone, einem natürlichen Balkon, kann man von
der Poebene bis zu den Alpengipfeln über 360° seine Blicke schweifen
lassen. Es ist ein Ort der Sommer wie Winter die Massen der Besucher
anzieht. Leider war auch hier wieder der Tag viel zu kurz, um alle sich
anbietenden Möglichkeiten aus zu nutzen.
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