und seine Seitentäler Val Bavone, Valle di Campo und Val Lavizzara
Leider
ist es nicht möglich, das Maggiatal mit seinen Seitentälern in
einem Tag richtig zu erkunden. Es reichte an diesem Tag nur für die
Seitentäler Valle di Campo und Val Bavone. Das Valle Maggia ist von
schroffen, bewaldeten Felshängen eingefasst und reicht mit 25 km von
Ponte Brolla bis Bignasco.
Vor
Bignasco kommt die Ortschaft
Cevio.
Hier
zweigt eine Straße ab und führt ins Valle di Campo.
Die kurvenreiche Straße steigt hinauf nach Cerentino
und weiter in das Walserdorf Bosco Gurin. Hier machte
ich eine längere Pause, wanderte eine Stunde lang durch die wunderbare
Natur und erkundete die Ortschaft selbst.

Bosco
Gurin als höchstgelegenes Dorf des Tessins befindet sich auf 1506
Höhenmeter und blickt auf eine mehr als siebenhundertjährige Geschichte
zurück. Das Dorf ist vorwiegend von Nachfahren der Walser bewohnt. Die
60 Bewohner sprechen neben Italienisch, Gurinerdeutsch einen deutschen
Dialekt. Die Kultur dieses Bergvolkes hat
den
Charakter des Dorfes geprägt. Im dorfeigenen Museum sollte man die
Geschichte der Walser und ihre schweren Schicksalsschläge betrachten. So
zum Beispiel die Tragödie von 1695 als eine Lawine 34 Opfer forderte und
das halbe Dorf zerstörte. Beeindruckt machte ich mich auf den Rückweg
nach Bignasco. Von hier aus fuhr ich in das
Val
Bavone. Das Bavonatal ist ein typisches Gletschertal,
mit tiefem Einschnitt in die Alpenkette. Ein besonders lohnendes
Ausflugsziel ist das Dörfchen San Carlo (938 m) am Ende des Bavonatales, die Fahrstrasse endet dann auf dem Parkplatz der Seilbahn
Robiei die seine Fahrgäste hinaufbringt zu Cap. Basodino (1856 m).

Die
Luftseilbahn wurde in den 60er Jahren in Zusammenhang mit dem Bau der
Kraftwerksanlagen der Ofima erstellt. Sie ist mit fast 1000 m
Höhenunterschied zwischen San Carlo und Robiei die größte im Tessin. Vom
Gipfel des Bosodinos genießt man eine faszinierende Aussicht auf die
umliegenden Berge. Robiei ist Ausgangspunkt für zahlreiche Wanderungen
von leicht bis anspruchsvoll.

Für
eine kurze Wanderung von Robiei zum Lago del Zött und zurück nahm ich
mir die Zeit. Schon für diesen Ausflug in die Gletscher- und Seenwelt
des Robiei sollte man einen ganzen Tag einplanen.
Ich
aber fuhr von San Carlo nach Sonlerto. Auf dem Weg dorthin sieht man
viele zyklopische Felsblöcke auf dem Talboden. Viele Blöcke sind in
uralte
Häuser
integriert. So wurden auch Häuser und Ställe von Sonlerto auf einem
Bergsturzkegel zwischen die Felsblöcke gebaut. Die leichte Wanderung
von Sonlerto zum berühmten Wasserfall von Foroglio nahm ich noch auf
mich.

Von
dem Parkplatz am Anfang der Ortschaft wandert man in gut 40 Minuten nach Foroglio. Ein besonderes Naturschauspiel bietet hier der 250 m hohe
Wasserfall, der sich über eine 80m hohe Klippe in die Tiefe stürzt.
Eine
Grotta
zweigt den Weg zum Wasserfall. Hier machte ich nochmals Rast um
eine typische Tessiner Spezialität zu mir zu nehmen. Ein Hartkäse und
ein trocken geräucherter Schinken labte meine Seele. Nachdem ich mich
gestärkt hatte waren es noch 5 Minuten Fußmarsch bis zum Wasserfall. Die
Gischt des aufprallenden Wassers auf die Felsen zog sich mannshoch wie
ein
Schleier
Richtung Grotta und war ein
angenehmer
Effekt auf meiner Haut. Ein paar Bilder und schon musste ich per Bus wieder zurück nach Sonlerto. Der Postbus hielt unmittelbar vor dem
Parkplatz wo mein Auto stand.

Nächste
Ziel war
Cevio. Cevio war seit Beginn des 15. Jahrhunderts der
Hauptort des Maggiatals. Der alten Ortskern mit bemerkenswerten
Patrizierhäusern aus dem 16. Jahrhundert, hätte man dem Tal gar
nicht
zugetraut. Im oberen Vallemaggia finden sich
Granitsteinbrüche während man bis Ponte Brolla eher eine liebliche
Tallandschaft vorfindet. Hier gedeihen Weingärten. Die Reben wachsen in
Pergolen, die von Granitpfeilern gestützt werden. Das Badevergnügen in
einem
dunkelblauen,
eiskalten, aber glasklaren Wasserbecken der Maggia ist ein
unvergesslicher Spaß, den man überall sehen kann, wenn die Straße einen
Einblick gewährt. Auf den riesigen, von Wasser geschliffenen, glatten
Steinen im Fluss lagen sie, die sonnenhungrigen Menschen. Am frühen
Abend fuhr ich nach einem erlebnisreichen Tag nach Germignaga zurück.
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