Oskar der Reisevagabund

Oskar´s Reisebericht

Lago Maggiore - Tour 3

Valle Maggia und seine Seitentäler Val Bavone, Valle di Campo und Val Lavizzara

Valle MaggiaLeider ist es nicht möglich, das Maggiatal mit seinen Seitentälern in Coglio in Valle Maggiaeinem Tag richtig zu erkunden. Es reichte an diesem Tag nur für die Seitentäler Valle di Campo und Val Bavone. Das Valle Maggia ist von schroffen, bewaldeten Felshängen eingefasst und reicht mit 25 km von Ponte Brolla bis Bignasco.

Walserdorf Bosco GurinVor Bignasco kommt die Ortschaft Cevio.Bosco GurinHier zweigt eine Straße ab und führt ins Valle di Campo.
Die kurvenreiche Straße steigt hinauf nach Cerentino und weiter in das Walserdorf Bosco Gurin. Hier machte ich eine längere Pause, wanderte eine Stunde lang durch die wunderbare Natur und erkundete die Ortschaft selbst.

BignascoBosco GurinBosco Gurin als höchstgelegenes Dorf des Tessins befindet sich auf 1506 Höhenmeter und blickt auf eine mehr als siebenhundertjährige Geschichte zurück. Das Dorf ist vorwiegend von Nachfahren der Walser bewohnt. Die 60 Bewohner sprechen neben Italienisch, Gurinerdeutsch einen deutschen Dialekt. Die Kultur dieses Bergvolkes hat Valle Bavoneden Charakter des Dorfes geprägt. Im dorfeigenen Museum sollte man die Geschichte der Walser und ihre schweren Schicksalsschläge betrachten. So zum Beispiel die Tragödie von 1695 als eine Lawine 34 Opfer forderte und das halbe Dorf zerstörte. Beeindruckt machte ich mich auf den Rückweg nach Bignasco. Von hier aus fuhr ich in das ValVal Bavona Bavone. Das Bavonatal ist ein typisches Gletschertal, mit tiefem Einschnitt in die Alpenkette. Ein besonders lohnendes Ausflugsziel ist das Dörfchen San Carlo (938 m) am Ende des Bavonatales, die Fahrstrasse endet dann auf dem Parkplatz der Seilbahn Robiei die seine Fahrgäste hinaufbringt zu Cap. Basodino (1856 m).

Seilbahn RobieiBergebene RobieiDie Luftseilbahn wurde in den 60er Jahren in Zusammenhang mit dem Bau der Kraftwerksanlagen der Ofima erstellt. Sie ist mit fast 1000 m Höhenunterschied zwischen San Carlo und Robiei die größte im Tessin. Vom Gipfel des Bosodinos genießt man eine faszinierende Aussicht auf die umliegenden Berge. Robiei ist Ausgangspunkt für zahlreiche Wanderungen von leicht bis anspruchsvoll.

BergpanoramaSonlertoFür eine kurze Wanderung von Robiei zum Lago del Zött und zurück nahm ich mir die Zeit. Schon für diesen Ausflug in die Gletscher- und Seenwelt des Robiei sollte man einen ganzen Tag einplanen.

Wanderweg zum WasserfallIch aber fuhr von San Carlo nach Sonlerto. Auf dem Weg dorthin sieht man viele zyklopische Felsblöcke auf dem Talboden. Viele Blöcke sind in uralteKarte Häuser integriert. So wurden auch Häuser und Ställe von Sonlerto auf einem Bergsturzkegel zwischen die Felsblöcke gebaut. Die leichte Wanderung von Sonlerto zum berühmten Wasserfall von Foroglio nahm ich noch auf mich.

Sonlerto Val BavonaWasserfall ForoglioVon dem Parkplatz am Anfang der Ortschaft wandert man in gut 40 Minuten nach Foroglio. Ein besonderes Naturschauspiel bietet hier der 250 m hohe Wasserfall, der sich über eine 80m hohe Klippe in die Tiefe stürzt. Eine Wasserfall WasserfallGrotta zweigt den Weg zum Wasserfall. Hier machte ich nochmals  Rast um eine typische Tessiner Spezialität zu mir zu nehmen. Ein Hartkäse und ein trocken geräucherter Schinken labte meine Seele. Nachdem ich mich gestärkt hatte waren es noch 5 Minuten Fußmarsch bis zum Wasserfall. Die Gischt des aufprallenden Wassers auf die Felsen zog sich mannshoch wie einGrottaSchleier Richtung Grotta und war ein Grotta am Wasserfallangenehmer Effekt auf meiner Haut. Ein paar Bilder und schon musste ich per Bus wieder zurück nach Sonlerto. Der Postbus hielt unmittelbar vor dem Parkplatz wo mein Auto stand.

Cevio CevioNächste Ziel war Cevio. Cevio war seit Beginn des 15. Jahrhunderts der Hauptort des Maggiatals. Der alten Ortskern mit bemerkenswerten Patrizierhäusern aus dem 16. Jahrhundert, hätte man dem Tal gar Valle Maggianicht zugetraut. Im oberen Vallemaggia finden sich Granitsteinbrüche während man bis Ponte Brolla eher eine liebliche Tallandschaft vorfindet. Hier gedeihen Weingärten. Die Reben wachsen in Pergolen, die von Granitpfeilern gestützt werden. Das Badevergnügen in einem Maggiataldunkelblauen, eiskalten, aber glasklaren Wasserbecken der Maggia ist ein unvergesslicher Spaß, den man überall sehen kann, wenn die Straße einen Einblick gewährt. Auf den riesigen, von Wasser geschliffenen, glatten Steinen im Fluss lagen sie, die sonnenhungrigen Menschen. Am frühen Abend fuhr ich nach einem erlebnisreichen Tag nach Germignaga zurück.

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