Bali - 2. Woche
Neunter Tag :
Mit einem gemieteten Auto (20 US$) und einer reparierten Filmkamera fuhr ich alleine zum Tempel Pura Besakih. Die Tempelanlage brauche ich ja nicht mehr beschreiben. Was ich erwähnen möchte ist diese urkomische Fahrt. Ein Auto mit rechtem Lenkrad, die Schaltung links und ich als Rechtshänder. Von der Landschaft sah ich wenig, da mein Augenmerk nur der Schaltung und dem Verkehr galt. Ich war heilfroh, als ich am folgenden Abend wieder in Sanur war. Trotz allem hatte ich wenigstens gute Aufnahmen vom Tempel.
Zehnter Tag :
Mit einem gemieteten Auto und einem Fahrer machte ich nochmals die Tour nach Singaraja im Norden von Bali und über die Ostseite wieder zurück. Fahrer und Auto kosteten 25 US$ plus Benzin, nochmals 7 US$. Die Fahrt begann morgens um 9 Uhr und endete abends um 22 Uhr.
Ich
sah am diesem Tag fast mehr als bei den 5 Bustouren. Der Fahrer mit nur
wenig englisch Kenntnis aber mit guten Landeskenntnissen fuhr mich an
Punkte und Orte die ich normal nicht gesehen hätte.
Ich war bei einer Totenverbrennung, sah einen
Hahnenkampf und
sehr schöne Reisfelder. Ich sah fliegende Hunde die Cola tranken und
schöne Tempel. Außerdem zeigte er mir die Hauptstadt Denpasar und in Kutta gingen wir dann gemeinsam einen trinken.
Elfter Tag :
Heute war mein Ruhetag
Ich mietete mir ein Motorrad und fuhr gegen mittags nach Kutta und
Legian. Der Strand von Kutta und Kegian ist wohl der schönste
Küstenstreifen von ganz Indonesien. In einer sanften Kurve vom Flughafen
im Süden zieht er sich bis nach Legian. Leider ist er, bedingt durch
unzählige fliegende Händler und den vielen Touristen nicht gerade der
ruhigste. Wieder musste ich erst Dutzende Händler abweisen um wenigstens
etwas Ruhe zu finden. Nach zwei Stunden Strand schaute ich mir Kutta
an. Bars aus denen sehr laute Discomusik kam, Restaurants in Massen,
Hotel an Hotel und sehr viele kleine und auch größere Geschäfte sind
hier angesiedelt. Nur in unmittelbarer Nähe des Strandes herrschte reges
Treiben. Geht man mehr zum Zentrum flaut dieses Treiben ab.
Bekannt
ist der Strand auch für wunderschöne Sonnenuntergänge. Das war für mich
Grund genug, noch einmal den Weg dorthin zu gehen. Ich wurde nicht
enttäuscht.
Glutrot versank die Sonne im indischen Ozean.
Nach
dem die Sonne schon lange verschwunden war, suchte ich mir ein gutes
Restaurant. Es gab sehr viele und die Auswahl der Küche war
international.
Auch ein deutsches Restaurant hatte ich gesehen, mit Schweinebraten, Sauerbraten, Haxen und Bratwürsten war das Angebot richtig bayerisch. Ab 22 Uhr war dann hier die Hölle los. Tausend von Touristen aus aller Herren Länder verwandelten diese Ortschaft in ein Tollhaus. Gegen 1Uhr Morgens hatte ich genug und fuhr mit meinen Motorrad zurück nach Sanur.
Zwölfter Tag :
Wieder hatte ich ein Auto gemietet und hoffte es wäre wieder derselbe Fahrer. Leider hatte ich Pech, denn ich erwischte einen Balinesen, der weder Englisch noch Deutsch konnte. Dies merkte ich erst, als wir 20 km landeinwärts Richtung Denpasar unterwegs waren. Ihm etwas zu erklären, war sehr schwierig und ich wollte eigentlich wieder zurück fahren. Nach reiflicher Überlegung, da ich ja schon das Auto bezahlt hatte, ging es weiter in die Bergwelt des nördlichen Bali, zum Vulkan Gunung Batur mit seinen Lavafeldern und zum Batur See . An Hand der Landkarte versuchte ich dem Fahrer meine Ziele zu erklären. In Penekolan angekommen wollte ich zu dem Seetempel Pura Ulun Danu Batur den ich auf einer Postkarte entdeckte und als sehr schön empfand. Eine kurvenreiche Straße führt von Penekolan hinunter zum See. Bis Burajati war die Straße einigermaßen in Ordnung. Dann wurde sie sehr eng und war mit Schlaglöchern versehen. Nachdem wir einige male mit dem Bodenblech aufgesetzt waren, wollte mein Fahrer nicht mehr weiter. Darauf beschloss ich zu Fuß weiter zu gehen. Es war fürchterlich heiß an diesem Tag. An Hand der Karte schätzte ich die Entfernung zu dem Seetempel auf knappe 3 km. Es war eine Strapaze ersten Ranges. Gnadenlos brannte die Sonne auf mein Haupt. Nach gut einer Stunde erreichte ich den Tempel. Zuvor passierte ich den Ort Taya Bungkak und dabei habe ich noch nie in meinen Leben so viele Fliegen gesehen wie hier. Dieser Ort machte einen unglaublich schmutzigen Eindruck. Ich sah Kleinkinder mit kahlgeschorenen Köpfen, an denen klebten förmlich die Fliegen. Es gab weder ein Lächeln noch einen freundlich erwiderten Gruß. Die Menschen waren unfreundlich und mir war es fast ein wenig peinlich in die Gegend zu sehen. Ein Unbehagen beschlich mich und ich traute mich weder zu filmen noch zu fotografieren. Schweißgebadet kam ich zu dem entlegenen Seetempel und war von seinem Ansehen sehr enttäuscht. Die Postkartenlandschaft war nicht vorhanden. Also machte ich mich auf den Rückweg. Wieder am Auto angelangt musste ich erst Hunderte von Fliegen aus dem inneren vertreiben. Ich hatte keine Lust mehr irgend etwas anzusehen und sagte dem Fahrer er solle nach Sanur zurück kehren. Diesen Seetempel kann man wirklich vergessen.
Dreizehnter Tag :
Mit dem Motorrad nach Denpasar. Mengwi und Tabanan.
Meine
letzte Tour machte ich wieder mit dem Motorrad. Ein Stück nordwestlich
von Kapal zweigt eine Straße ab nach Mengwi. Hier befindet sich der
zweitgrößte Tempel, der Reichstempel Pura Taman Ayun.
Die weitläufige, mitten in einem Lotussee gelegene Anlage kann man am
besten vom Kuluk Turm, der links von der Tempelanlage steht, betrachten.
In Tabanan besuchte ich das Museum Subak das über die traditionelle
balinesische Reiskultivierung informiert. Weiter ging es dann wieder in
südlicher Richtung. Westlich von Tabanan zweigt eine Straße Richtung
Meer. Die grauschwarzen Strände von Pantei Kelating und Pantai Yeh
Gangga sind wunderschön und relativ unbekannt.
Über
Bengkalkawan und Braban fuhr ich nochmals zum Tempel Tana Lot, da ich
diesen Tempel mit seiner wunderschönen Lage noch einmal sehen wollte.
Hier erlebte ich nochmals ein wunderschönes Naturschauspiel als die
Sonne glutrot im Meer versank. Beeindruckt fuhr ich dann zurück nach Sanur. Als ich das Motorrad abgegeben hatte, gönnte ich mir nochmals
einen schönen Abend in einem guten Restaurant bei balinesischer Musik
und Tanz. Obwohl ich wusste dass ich am nächsten Morgen um 5 Uhr
aufstehen musste, verbrachte ich nach dem Essen noch einige Stunden in
einen Strandlokal da ich doch ein wenig traurig war, diese schöne Insel
verlassen zu müssen.
Meine Empfehlungen:
Bali ist im Moment noch sehr preisgünstig zu bereisen. Wer die Insel mit all seiner Schönheit erleben möchte, sollte sich ein Auto mit Fahrer mieten. Wer keine Angst vor dem chaotischen Straßenverkehr hat, fährt am billigsten mit dem Motorrad. Internationaler Führerschein ist notwendig, die Kontrollen sind sehr häufig. Wer keinen Motorradführerschein besitzt kann diesen für umgerechnet 25 US$ innerhalb von 2 Stunden in Dempasar bei der dortigen Polizei machen. Man sollte beim Einkauf sehr viel Handlungsgeschick aufbringen, es lohnt sich. Außerhalb der Hotels ist das Leben sehr viel billiger was Essen und Trinken betrifft. Der Kultur und Religion sollte man seinen Respekt zollen.
Alle Meine Eindrücke habe ich in einem Film mit Kommentar und Musik zusammen gefasst. Ein Videofilm von dieser Reise kann erworben werden



