Mexico 6. Tag
20.09.03
Wetter: Früh bewölkt und warm, gegen Mittag blauer Himmel 20°C, in
Veracruz 30°C
Puebla-Veracruz mit
Zwischenstopp
in Orizaba,und Cordopa 300 km Autobahngebühr sehr teuer.
Um noch etwas von der Stadt zu sehen, standen wir sehr früh auf. Nach
dem Frühstück gingen wir zu
der Kirche Santo Domingo (1569-1611). Sie beherbergt die bekannte
"Capilla del Rosario" (Rosenkranzkapelle).
Die
Innenwände der 1690
eingeweihten Kapelle sind in einem Mosaik aus
blauen und gelben Kacheln verziert, mit Blattgold und kunstvoll
gedrehten Säulen. Im Zentrum der Kuppel steht eine Madonnenfigur
mit einem Christuskind, beide mit Perlen und
Juwelen
besetzt. Vielen
nationalbewussten
Mexikanern gilt die Kapelle als achtes Weltwunder. Wir haben nie was
schöneres gesehen. Nach dem ich noch einige der bunten
Kachelhäuser
fotografiert und gefilmt hatte, machten wir uns auf dem Weg nach
Veracruz. Aus dem vulkanischen Höhen mit angenehmen Klima geht es nun
hinunter in die feuchtheiße Küstenebene. Auf halber Strecke zwischen
Puebla und Veracruz in 1300m Höhe erreicht man die Stadt Orizaba.
Sie
ist für Bergsteiger der ideale Ausgangspunkt für die Besteigung von
Mexicos höchsten Berg, der Pico de Orizaba. Als nächstes erreicht man im
weiten Tal zu Füßen
des Pico de Orizaba, Cordoba. Bekannt ist Cordoba
als Zentrum des Kaffeeanbaus. Hier wurde auch 1821 der Vertrag über die
Unabhängigkeit von Spanien unterzeichnet.
Beide
Orte kann man vernachlässigen und
sich
eher mehr Veracruz zu widmen. Die Landschaft auf dem Weg nach Veracruz,
ist geprägt von einen üppigen grenzenlosen Meer von Grün. Hier gedeihen
Zuckerrohr, Kaffee und tropische Früchte in den wolkenhohen Bergwäldern
und vulkanische Hängen.
Hotel
Nova Mar, optimale Lage.
Note 1 (Zimmer 600 Pesos/60US$)
Blvd Avila Camacho #707 Col
Veracruz, 91900 MX
www.hotelnovamar.com
Es
war früher Nachmittag als wir in
Veracruz eintrafen. Hotel sofort gefunden. Die Sonne brannte
gnadenlos vom Himmel, und die hohe Luftfeuchtigkeit trieb den Schweiß
aus die Poren. Veracruz, die tropische Hafenstadt gilt als Mexicos Tor
zur Welt. Hafenstädte haben ihr eigenes Flair, und Veracruz, die größte
des Landes, ist besonders anziehend. Nach dem ich geduscht
hatte,
begannen wir mit der Stadtbesichtigung. Die Stadt entdeckt man am besten
zu Fuß. Die meisten Sehenswürdigkeiten befinden sich in der historischen
Altstadt. Entlang der Uferpromenade, den" Paseo del Malecon"
kommt man zum Hafen. Zahllose fliegende Händler verkaufen
Zigarren
aus Cuba, Schnitzwerk aus Chipas,
Bernsteinschmuck,
Lederwaren und vieles mehr. An einer Ladenzeile mit billigen T-Shirt
klingt laute Salsa-Musik aus den Lautsprechern.
Im
Gran Cafe de la Parroquia, eine Institution seit mehr als 100
Jahren, tranken wir erst einen Cafe und dann ein Serveza Bohemia unter
den Marimba-Klängen von 4 Straßenmusikern. Der wichtigste Platz ist der
Plaza de Armas. Der hübsche von Portalen gesäumte Zocalo erwacht in
der Abenddämmerung. Hier trifft man sich zum Promenieren, alte und junge
Jarochos, wie die Bewohner genannt werden. Der Platz wird von Palmen
beschattet und von prächtigen weißen Häusern aus dem 18.Jahrhundert
gerahmt.
An
der Nordseite liegen Restaurants und Cafes, vor denen Musiker zur
Unterhaltung aufspielen.
Vor dem prachtvollen Rathaus, ist eine Stuhlreihe aufgebaut, die sich
zur Kirche hin fortsetzt. Hier warten die Verehrer und Verehrerinnen in
gepflegter weißer Kleidung auf einen Tanzpartner. Auf einem Podium
spielt eine Kapelle. Es ist erstaunlich wie sich die Leute auf der
Straße zum Tanz verlocken lassen.
In
einen der vielen Freiluftrestaurants nahmen wir unser
Abendessen ein. Wir konnten unser Essen kaum einnehmen, da man
permanent
von Musikern, Schuhputzer, fliegenden Händlern und vielen Bettlern
genervt wird. Die Vielfalt der Ware die einem angeboten wird ist schon
erstaunlich. Der Absatz aber gering, da viele Händler dasselbe
verkaufen. Der ganze Platz ist erfüllt mit Musik unterschiedlichster
Art. Von irgendwoher klingt immer wieder der Welt-Hit "La Bamba", der in
Veracruz geboren wurde. Doch auch das Zeichen der Armut ist überall zu
sehen. Kinder mit 3 Jahren sind noch um Mitternacht auf, um zu betteln.
Juan, ein Schuhputzer, kam an diesem Abend bestimmt 5 mal zu uns. Sein
unermüdliches Lächeln brachte ihn 10 Pesos ein, als er meine Schuhe
putzte. Fürs fotografieren waren nochmals 10 Pesos fällig. Es war eine
interessante, lange Nacht.
Mexico 1. Woche