Mexico 3. Tag
17.09.03
Wetter: Am Tag leicht bewölkt, 25°C, am Abend Regen.
Am
diesem Tag besuchten wir die
Pyramiden
von Teotihuacán, die
Basilika von Guadalupe, der Plaza de las tre Kulturas und
als krönender Abschluss war ein Essen im oberen Stockwerk des Torre
Latinoamerikana
vorgesehen. Auf der Rückfahrt zum Hotel, wurde mir in der Metro die
Geldbörse mit Checkkarte und Geld gestohlen. Nun aber der Reihe
nach. Wir standen sehr früh auf, denn wir hatten uns sehr viel
vorgenommen.
Mit
der Metro (Linie5) fuhren wir zum Terminal Autobuses del Norte.
Mit dem Bus (50 Pesos hin u. zurück) waren es fast 1 Stund Fahrzeit
(60km) bis zur Tempelanlage von Teotihuacán. Während der Fahrt, bei
einem kurzen Aufenthalt, stieg ein Mann zu mit der Gitarre in der Hand.
Fast eine halbe Stunde sang er traurige Lieder um dann seine Gage
entgegen zu nehmen. Solche und andere Überlebenskünstler, erlebt man
jeden Tag und überall. Im Tempelbereich warten dann zig
Souvenirverkäufer um ihre angeblich antiken Sachen sowie Schmuck und
Kleidung an die Touristen zu verhökern.
Egal wo wir auf dieser
Rundreise etwas besichtigten, es war überall dasselbe. Es war teilweise
so aufdringlich, dass man sich fürchten musste.
Soweit zu diesem
unerfreulichen Erlebnissen. Weitere andere werden dann noch folgen. Der
Eintritt zur Anlage kostete 35 Pesos pro Person. Wer fotografieren will
oder filmen, muss nochmals 30 Pesos bezahlen. Auch dieses Übel findet
man überall in den Tempelanlagen die wir besichtigt haben. Nun eine
Kurze Beschreibung von Marco Polo Reiseführer:
»Sie nannten den Ort Teotihuacán, weil er der Begräbnisplatz der Könige war«, wusste der spanische Franziskanermönch Bernardo de Sahagún (1499–1570) zu berichten. Nichts wissen wir hingegen über die Erbauer der eindrucksvollen Anlage, von der Unesco in die Liste der Kulturgüter der Menschheit aufgenommen. Für die Besichtigung dieser großen und bedeutenden Pyramidenanlage (4. Jh. v. Chr. bis 650) vor den Toren von Mexiko-Stadt (50 km nord-östlich) sollte man mindestens einen halben Tag einplanen. Reicht vollkommen.
Beachtenswert
sind vor allem
die
am Sockel des Quetzalcoátl-Tempels angebrachten Masken des
Regengottes Tláloc und der gefiederten Schlange. Architektonischer
Höhepunkt der Stätte ist die in der über 40 m breiten
Straße der Toten (Camino de los Muertos) liegende Sonnenpyramide,
ein gewaltiges, 63 m hohes Bauwerk, auf das breite Treppen führen. Da
zur Entstehungszeit weder Zugtiere noch das Rad bekannt waren, mussten
die für den Bau erforderlichen 2,5 Millionen Tonnen Erde und Stein von
Lastenträgern herbeigeschafft werden. Mindestens zwei Jahrzehnte
dauerten die Arbeiten an dem Bauwerk, so errechneten Archäologen, und
zwar vorausgesetzt, 2 000 Arbeiter waren rund um die Uhr am Werk. Von
der Sonnenpyramide genießt man den besten Blick auf die gesamte Anlage.
Ganz im Norden erhebt sich die 45 m hohe Mondpyramide (Pirámide
de la Luna).
Der
Platz davor mit vier weiteren Pyramiden förmigen Bauwerken war den
großen
Zeremonien vorbehalten. Hier erhebt sich auch der prächtige Palast der
Quetzal-Schmetterlinge (Palacio del Quetzalpapálotl), so benannt
nach den dortigen Malereien. Bevor man Teotihuacán wieder verlässt,
sollte man (unmittelbar beim Ausgang) Ausschau halten, ob nicht gerade
eine Voladores-Aufführung vorbereitet wird. Diese finden immer dann
statt, wenn sich genügend Zuschauer eingefunden haben. Der "Tanz derer
die fliegen", wird von 5 Männern vorgeführt, deren exotische Kostüme an
das Gefieder von Vögel erinnern. Das Gestell wo 4 davon nach unten
gleiten ist 32m hoch. Der 5.Mann sitzt auf der Spitze, und spielt
gleichzeitig mit einer Rohrflöte und einer kleinen Trommel.
Auf
der Rückfahrt nach MC, wurde der
Bus
von Soldatinnen angehalten und bei sämtliche Insassen (der Bus war voll)
wurden eine Leibesvisitation vorgenommen, und auch der Inhalt der
Taschen wurde kontrolliert. Wir, als Ausländer waren aber nicht
betroffen. Nach einer halben Stunde Dauer, konnte der Bus dann weiter
fahren. Im Busterminal angekommen, ging es mit der Metro weiter zur
Basilika von Guadelupe
(Metro, Linie 6,Haltestelle La Villa). Es ist die wichtigste
Wallfahrtsstätte des Landes. Das Bildnis der Virgen de Guadelupe
ist überall präsent. In Wohnungen, Läden, am Arbeitsplatz und in jedem
Auto. Immer am 12 Dezember jeden Jahres, strömen Hunderttausende von
Gläubigen, zur Basilika de Nuestra Senora de Guadelupe im Norden
der Stadt, um ihrer wundersamen Erscheinung im 16.Jh. zu gedenken. Am
9.Dezember 1531, so die Legende, soll dem Indio Juan Diego auf
dem Hügel Tepeyac die Jungfrau Maria erschienen sein. Die
dunkelhäutige Mutter Gottes trug dem Jungen auf, beim Bischof um die
Errichtung einer Kirche nachzusuchen.
Als
Beweis der
Erscheinung
ließ sie Rosen erblühen, die der Indio in seinem Umhang zum Bischof
brachte. Als er den Umhang öffnete, erschien das Bildnis der Jungfrau
auf dem Tuch. Nun wurde die Kapelle errichtet. »La Morena«, die
Dunkelhäutige, trug erheblich zur Missionierung der indianischen
Bevölkerung bei und gilt heute als Schutzheilige Mexikos. In der während
der Siebzigerjahre neu errichteten Basilika befindet sich in einem
Glasschrein der Umhang des Juan Diego mit dem Bildnis der Mutter Gottes.
In
dem prächtigen Neubau,
der
die baufällige alte Kirche ersetzt, können 20000 Menschen Platz finden.
Hier ist fast ständig Gottesdienst und ein steter Menschenstrom,
teilweise auf den Knien, zieht durch die Kirche aus Beton, Marmor und
großen Glasfenstern. Die Strasse zum Aufgang der Kirche, ist linkerhand
mit Ständen gesäumt, die Heiligenbilder, Weihrauch, Essen, Musik-CD u
Kassetten verkaufen. Auch viele Bettler, teilweise behindert, Kinder und
Erwachsene, bitten um Almosen, und man kommt nicht umher, diesen Leuten
etwas zu geben, was wir auch taten. Umso mehr, konnte ich es dann später
nicht fassen, dass ich bestohlen wurde. Zunächst fuhren wir zum Plaza
de las Tres Culturas. (Metro, Linie 6, Haltestelle Tlatelolco )
Auf
dem geschichtsträchtigen Platz
der
Drei Kulturen erinnert die an den Ruinen einer präkolumbischen
Tempelanlage angebrachte Gedenktafel an den 13. August 1521, an dem
Hernán Cortés Tenochtitlán eroberte: »Es war weder Sieg noch
Niederlage, sondern die schmerzhafte Geburtsstunde Mexikos und seines
mestizischen Volkes.« Auf die Kolonialzeit verweist die 1609 erbaute
Kirche Santiago Tlatelolco, das heutige Mexiko verkörpern moderne
Hochhäuser, unter ihnen das Außenministerium.
Nach
einem kurzen Rundgang war
unser
nächstes Ziel der Torre Latinoamericana
( Metro 2 Station Bellas Arte) Wir fahren mit dem Aufzug hoch.
Während man im Dachrestaurant des 42. Stockwerks speist, hat man einen
beeindruckender Blick auf die beleuchtete Stadt bis raus zu den
Berghängen an denen sich die Armensiedlungen bis weit nach oben ziehen.
Tagsüber kann die Aussicht wegen der Smogglocke nicht so gut sein. Der
Architekt des 1958 errichteten und mit 177m höchsten Turmes der Stadt
rühmt seine erdbebensicheren Fundamente. Diese erwiesen bereits bei der
schweren Katastrophe von 1985 ihre Tauglichkeit.
Mittlerweile
war es früher Abend,
als wir den Turm verließen. Zuerst wollten wir zu Fuß, zum Hotel gehen.
Da es aber zum regnen begann, nahmen wir die Metro. Ein folgenschwerer
Fehler. Die Station Bellas Artes, war voller Menschen. Der Zug der ankam
war auch proppenvoll. Somit begann ein Gerangel zwischen den Leuten. die
versuchten auszusteigen und denen die einsteigen wollten. Wir waren
plötzlich mittendrin. Meine Geldbörse hatte ich in der vorderen rechten
Seitentasche meiner Jeans. Um die Schulter hing meine Kameratasche, in
der sich mein Ausweis, meine Digitalkamera und meine digitale
Videokamera befanden. Mit beiden Händen hielt die Tasche fest, soweit
ich konnte. Ich musste mich aber auch teilweise mit einer Hand im Zug
festhalten. Wir waren froh als wir unser Ziel Cuauhtemoc erreichten und
den Zug verließen. Oben auf der Straße angekommen, merkte ich, dass
meine Geldbörse fehlte. Man hatte sie mir im Zug gestohlen. Für mich
unfassbar, dass ich dies nicht bemerkte. Der Inhalt waren 100US$, 200
Pesos und
meine MasterCard Gold.
Aus
welchen Gründen auch immer, wir gingen zurück zur Station, mit der
Hoffnung sie wieder zu finden. Blödsinn! Also schnellstens zum Hotel, wo
ich die Karte sofort telefonisch sperren lies. Ein kurzes Telefonat nach
München, ein anschließendes Fax und schon war die Karte gesperrt. Es
verging maximal 1 Stunde bis zur Sperrung. Diese Zeit nutzte der/die
Diebe, um für umgerechnet 400 Euro in verschiedenen Kaufhäusern
einzukaufen. Es sind Profis, die hier am Werke sind. Weitere
Unannehmlichkeiten waren die Folgen dieser Tat. Innerhalb von 48 Stunden
sollte ich meine Ersatzkarte bekommen. Da musste ich allerdings schon in
Puebla sein, und Tags darauf in Veracruz, da meine Hotel alle vorgebucht
waren.
Auch das Auto musste ich ändern. Also Telefonate am laufenden Band.
Alles Umgebucht.
Mexico 1. Woche
