Oskar der Reisevagabund

Oskar´s Reisebericht Flagge Costa Rica Costa Rica

Costa Rica 2.Woche

Achter Tag: Zum Nationalpark Chirripo

Von Jaco aus kommend fährt man die Küstenstraße in südlicher Richtung nach Quepos und dann weiter bis nach Dominicial. Von hier aus fährt man über Baru nach San Isidro ins Landesinnere. Nördlich von San Isidro , in den Bergen der Talamanca gelegen ist der NP Chirripo. Hier ist der höchste Berg des Landes der "Cerro Chirripo" mit 3820 m. Der Parkeingang befindet sich 15 km von San Isidro. Eine Straße windet sich hinauf auf 1300m nach San Gerado de Rivas. CabinosDie Fahrt dauerte fast 6 Stunden als ich dort ankam. Ich hatte Glück als ich mich nach einem Hotel erkundigte. Hotels gab es hier nicht aber einfache Cabinas (20USD ohne warmes Wasser) und das letzte Zimmer was noch frei war bekam ich.

Am nächsten Morgen wollte ich die 8 km lange Strecke auf 2600 m hinauf gehen. Als ich erwachte regnete es fürchterlich. Warten hatte keinen Sinn, denn man sollte mindestens 5 Stunden für diese Tour einplanen. Also sparte ich mir die 6 USD Eintritt und machte mich wieder auf den Weg Richtung San Jose.

Neunter Tag: Auf dem Weg zum Vulkan Irazu

Nationalpark Irazu Von San Gerado de Riva nach San Isidro und weiter zur Ortschaft Cartago in derer Nähe der Vulkan Irazu liegt braucht man ungefähr 5-6 Stunden . Es regnete mal wieder. Die Pan-Americana windet sich einspurig von San Isidro in nördlicher Richtung durch eine herrliche Landschaft. Die sehr kurvenreiche Straße ist besonders bei Regen sehr gefährlich zu befahren.

Teilweise ohne Mittel- und Randstreifen sieht man kaum die Kurven und der sehr starke Lastwagen-Verkehr behindert die Sicht vollkommen. Nach 2 Stunden Fahrzeit hörte der Regen auf und eine herrliche Landschaft tat sich auf.

Vulkan Irazu Von Cartago aus windet sich eine Straße 34 km den Berg hinauf mit zum Teil wunderbaren Ausblicken auf das Tal von Cartago. Die Straße endet beinahe am Kraterrand, wo man wieder 6 USD Eintritt bezahlen muss. Die Gegend um den Krater ist beeindruckend. Der Krater hat einen Durchmesser von 1050 m und ist 300 m tief.

Der sichtbare Kratersee mit gelbgrüner Farbe weist auf sehr hohen Schwefelgehalt hin. Der letzte Ausbruch war 1963 und dauerte fast 2 Jahre. Der Vulkan Irazu ist mit 3432 m der höchste Vulkan Costa Ricas. Man sollte unbedingt warme Sachen dabei haben denn es war empfindlich kalt hier oben. Trotz der Größe von 2300 ha sind im Irazu NP nur wenige kurze Pfade vorhanden und nach 1 Stunde Erkundung machte ich mich auf die Weiterfahrt nach Cartago. In Cartago suchte ich mir ein Hotel. Die Fahrt ins Zentrum der Stadt war ein einfaches Chaos.

Kirche der Ortschaft CartagoBei engen Straßen, einen wahnsinnigen Verkehr und nur Stop and Go mit Gehupe, war Geduld angebracht. Danach besichtigte ich kurz die Basilika de Nuestra Senora de los Angeles ,die wichtigste Pilgerstätte für gläubige Katholiken auf Costa Rica. Da es ansonsten nicht viel zu sehen gab machte ich eine kleine Shoppingtour durch die unzähligen kleinen Geschäfte dieser Stadt. Bei McDonalds endete meine Tour.

Zehnter Tag: Auf dem Weg zum Nationalpark Arenal

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Heute wollte ich sehr früh unterwegs sein. Um 5 Uhr stand ich auf und um 6 Uhr fuhr ich los.

Vulkan Arenal Von Cartago aus kommend fährt man über RegenwaldSan Jose nach Ciudad Quesada nach La Fortuna der bekanntesten Ortschaft am Arenal See. Der Vulkan Arenal zählt zu den aktivsten Vulkanen der Erde. Henry empfahl mir die Arenal Lodge, da man von hier einen sehr schönen Blick auf den Vulkan hat. Nach 4 Stunden Fahrzeit war ich in La Fortuna. Die Lodge war leicht zu finden und ich wollte nur für eine Nacht bleiben. Der Blick zum Vulkan war super. Leider war die Spitze des Vulkans in Wolken verhüllt. Um die Zeit zu nutzen war mein erstes Ziel der Wasserfall von La Fortuna der in jeden Reiseführer zu finden ist.

Wasserfall im RegenwaldMit dem Auto fuhr ich bis zu dem Parkplatz am Eingang zu dem Wasserfall. Von hier aus windet sich ein recht gut begehbarer Weg durch dichtem Nebelwald hinunter in die wilde Schlucht des Wasserfalls mit seinem natürlichen Becken. Etwas schwieriger ist der Aufstieg und gutes Schuhwerk ist angebracht. Nach 2 Stunden war ich wieder bei meinem Auto. Das nächste Ziel war die Umfahrung des Arenal Sees.

Die Nordumfahrung bietet einem fantastische Ausblicke über den See und auf den östlich gelegenen Vulkan. Leider waren die Straßen so schlecht dass ich nur die Hälfte des Sees umfahren konnte da die Zeit nicht ausreichte und ich um 19 Uhr im Hotel sein wollte. Arenal am TagDer Grund? Vielleicht hatte ich Glück um den Vulkan bei seinen Eruptionen beobachten zu können die angeblich alle 20-30 Minuten stattfinden. Leider hatte ich an diesem Abend Pech. Dicke Wolken umschlossen seine Spitze und es war nichts zu sehen. Dann sagte mir ein Angestellter des Hotels dass Morgen schönes Wetter wäre und ich dieses einmalige Schauspiel beobachten könnte. Also blieb ich noch einen Tag und eine Nacht.

Elfter Tag: Auf dem Weg zum Tierschutzgebiet Canto Negro und spektakulärer Auftritt des Vulkans Arenal.

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Von La Fortuna werden Touren angeboten zu dem NP Cano Negro an der Grenze zu Nicaragua. Ich fuhr mit dem Auto und war wieder froh einen Allradantrieb gehabt zu haben. Eine zu 80% aus Schottersteinen mit unzähligen Schlaglöchern übersähte Straße führt bis nach Los Chiles, wo sich eine Grenzstation zu dem Nachbarland Nicaragua befindet. Der Cano Negro besteht eigentlich aus einem kleinen See, der aus zahlreichen Kanälen des Rio Frio gebildet wird. Man kann nun ein Schiff mieten, es gibt unzählige Anbieter, und diese Kanäle abfahren. Auf meiner 1 stündlichen Fahrt für immerhin 35 USD sah ich unzählige Vogelarten sowie Affen und Krokodile. Erfreut war ich über die sehr schönen Naturaufnahmen die ich machen konnte. Die Heimfahrt war genauso beschwerlich wie die Hinfahrt und ich war froh, als ich um 19 Uhr wieder im Hotel war.

Meine ganze Interesse galt nun dem Vulkan Arenal. Die Luft war klar und die Dämmerung lies den Abend folgen. Ich baute auf den Balkon meine Kamera auf und hoffte das der Vulkan sich rührt. Versorgt mit Getränken wartete ich bis spät am Abend und es passierte nichts. Nur weißer Rauch stieg aus dem Krater.Arenal bei Nacht Plötzlich ein Grollen, der Arenal ist seinen Ruf gerecht. Lava wird in die Luft geschleudert und mit Getöse rollt sie den Kraterrand entlang. Ungefähr 20 Minuten dauert dieses einzigartige Naturschauspiel. Ich war begeistert und filmte was das Zeug hielt. Froh dieses alles erleben zu dürfen, verbrachte ich eine schöne Nacht im Freien bis ich irgendwann am Morgen eingeschlafen bin. Warum ich keine Bilder zeige erfährt man im letzten Abschnitt.

Zwölfter Tag : Auf dem Weg zum Vulkan Poa und den Nationalpark Braulio-Carrillo

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Um 7 Uhr machte ich mich auf dem Weg zum Vulkan Poa. Von La Fortuna nach Muella, Zacaras und San Miguel, das waren die größeren Orte auf einer mehr oder weniger guten Straße. Von hier aus weiter Richtung Heredia über die Berge der Cordillera Central. Ungefähr auf halber Strecke zweigt eine Passstraße ab Richtung Vulkan Poa. Ein bezaubernder Nebelwald bis auf 2000m ist ständiger Begleiter. Fast hätte ich das Schild übersehen, denn die Beschilderung auf Costa Rica lässt zu wünschen übrig. Um 11 Uhr war ich am Kassenhaus wo man wieder 6 USD zahlt. Kratersee Vulkan PoaDann fuhr ich zu den Parkplätzen. Die Wertsachen sollte man wieder mit sich tragen. Ein Empfangsgebäude mit Erklärungen sämtlicher Vulkane, sowie ein Kaffee und ein Souvenirshop sind hier angesiedelt. Wegweiser zeigen den Weg zum Hauptkrater . Auf einer Höhe von 2708 Meter beobachte ich fasziniert, die ständig aufsteigenden Gaswolken aus dem türkis schimmernden Kratersee. Der See ist nahezu kreisrund und misst im Durchmesser 350 m.

Nach dem ich alles gefilmt und fotografiert hatte machte ich mich auf den Weg zum NP Braulio-Carrillo. Wieder zurück Richtung Heredia und San Jose, kommt man zum NP. Am östlichen Ende ist die Aerial Tram der mein Besuch galt. Da der Park nur bis 17 Uhr geöffnet ist musste ich mich beeilen. das war leichter gesagt als getan. Alleine durch Heridia brauchte ich fast eine Stunde da ich keinen Wegweiser sah, der mich aus diesen Gewirr mit unzähligen Einbahnstraßen führte. Um 15 Uhr hatte ich es geschafft, ich war bei der Bahn. Die Bahn fährt täglich von 9-15:30 Uhr. Ich bezahlte 47,50 USD und war mit einem Guide alleine in der für 5 Personen zugelassenen Gondel. Die Gondeln werden an verschiedenen Stellen angehalten, um den Besuchern einen näheren Einblick in das Baumkronendach zu ermöglichen. Mein Guide zeigte mir in gutem englisch einige interessante Pflanzen und Kleintiere die ich selbst nie gesehen hätte. Insgeheim hatte ich mehr erwartet auf der fast 2 stündigen Tour. Vielleicht war es auch schon zu dunkel. Doch schon alleine die Fahrt durch die Baumwipfel des Regenwaldes und die tollen Filmaufnahmen waren den Eintrittspreis wert. Um 17:30 Uhr machte ich mich auf dem Weg nach San Jose. Heute war ich schon ein wenig geschlaucht und müde. Also suchte ich mir ein anständiges Hotel mit Bad und WC. Ich sah ein Reklameschild "500m Best Western Hotel" es war fast im Zentrum der Stadt. Ich fuhr dort hin. Vor dem Hoteleingang war eine Parkzone die von einem Wachmann beaufsichtigt wurde. Hier machte ich den größten Fehler auf dieser Reise. Ich vergaß die Fenster vom Auto zu schließen. Ich stieg aus dem Auto und fragte im Hotel nach einem Zimmer. Diese Abwicklung dauerte ungefähr 10 Minuten. Ich bekam den Zimmerschlüssel und fuhr auf dem hoteleigenen bewachten Parkplatz. Auf dem Rücksitz hatte ich meinen Rucksack mit den persönlichen Sachen und meine Kameratasche mit Videokamera und Fotoapparat. Im Kofferraum war mein Koffer. Diesen holte ich zuerst heraus und dann wollte ich die beiden anderen Taschen aus dem Auto holen. Ich sah meinen Rucksack aber keine Kameratasche. Der Schreck fuhr mir durch die Glieder. Ich durchsuchte das ganze Auto, die Tasche war weg. Was tun? Ich ging zurück an die Rezeption, weil ich dachte vielleicht habe ich die Tasche mitgenommen. Fehlanzeige! Dann ging ich zu den Wachmann vor dem Hotel, der musste es gesehen haben wenn irgend jemand am Auto war. Dieser verneinte alles und war mir gegenüber sehr abweisend. Ich heulte vor Wut. Nicht wegen der Video- und Fotokamera, sondern wegen der Aufnahmen die ich gemacht hatte, Aufnahmen wie ich sie wohl nie mehr machen kann, denn wann sieht man einen Vulkan Feuer speien, Affenfamilien die spielen und streiten wie Menschen, Krokodile, Leguane, Vogelarten und überhaupt die Artenvielfalt die es nur in diesem faszinierenden Land gibt. Ich war noch nie in meinem Leben so traurig und voller Zorn wie in diesem Moment. Das ist auch der Grund das meine Reise fast ohne Bildmaterial vorliegt. Ich hatte keine weitere Lust mehr am nächsten Tag etwas zu unternehmen. Eine schlaflose Nacht lag vor mir.

Dreizehnter Tag : Zurück nach Trinidat.

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Mein erster Weg am Morgen war der Weg zur Rezeption um nochmals nach der Tasche zu fragen. Es war Hoffnungslos und ich konnte mich nur schlecht damit abfinden. Lustlos schaute ich mir dann die Hauptstadt an. Eine Millionenstadt, die man gut zu Fuß erleben kann. Das alte Zentrum ist nicht groß, also kann man sich auf die quirlige Innenstadt beschränken. Sehenswert das Nationaltheater (Placa de Cultura), der Mercado Central ein riesiger Markt und das Museum de Ora. Gegen Nachmittag fuhr ich zurück nach Trinidad zu meinem Ausgangspunkt. Ich hatte Glück denn es war noch ein Zimmer frei in dem kleinen Hotel in der Ortschaft. Ich erzählte Henry mein Pech. Dann erfuhr ich, dass 5 deutschen Vogelkundler, bei Beobachtungen der ganze Reisebus gestohlen wurde. Ein schwacher Trost für mich.

In der trostsuchenden TaverneAm Abend traf ich mich mit Henry und zum ersten mal gab ich mich den Alkohol hin. Die kleine Taverne hatte nur 5 Gäste, Henry und ich und 3 Einheimische plus den Besitzerehepaar. Man erkannte sofort mein trauriges Gesicht. Man lud uns ein am Tisch Platz zu nehmen. Der Wirt holte seine Gitarre und so wurde es doch noch ein schöner Abend.

Vierzehnter Tag :Fahrt nach Puntarenas

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Als ich am nächsten Morgen erwachte, dachte ich, mich hat ein Dampfhammer getroffen. Kopfschmerzen bis geht nicht mehr. Es war mein letzter Tag. Was tun? Ich telefonierte mit Henry. Dieser empfahl mir, doch nach Puntarena zu fahren und dort noch einmal das Strandleben zu genießen, was ich auch tat. Mit dem Auto braucht man 1 Stunde Fahrzeit.

Hängematten zum mietenPuntarena ist ein traditioneller Badeort der Costaricaner. Puntarena bedeutet Sandspitze. Die Ortschaft liegt auf einer Sandspitze mit 600m Breite und 6km Länge. Es ist eine Landzunge die in den Golf von Nicoya hineinragt. Lange Zeit war sie der wichtigste Pacific-Hafen des Landes, bis das benachbarte Caldera diese Funktion übernahm.

Zum Sonnen war es fast zu heiß, also suchte ich mir in einer der vielzähligen Tavernen die den Strand säumen einen schattigen Platz und beobachtete das Treiben. Irgendwoher tönte Musik, die Wellen des blauen Pacifiks plätscherten sanft heran und eine erfrischende Brise wehte mir ins Gesicht. Irgendwann war dann auch der Kopfschmerz weg und ich fühlte mich wohler. Urlaub kann ja so schön sein. Ich ging nochmals gut Essen und spät am Abend fuhr ich wieder zurück.

Fünfzehnter Tag: Heimflug

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Fazit: Als ich diese Zeilen schrieb war ich oftmals sehr traurig, dass mir das alles passieren konnte. Ich habe vieles nicht gesehen was ich sehen wollte. Wahrscheinlich hätten diese 2 Wochen auch so nicht gereicht. Wenn es mir vergönnt ist werde ich dieses Land noch einmal besuchen. Aber erst muss diese Frustration aus mir heraus. Eines nehme ich mir zu Herzen:

1. Nie mehr einen Flug buchen mit mehr als einem Stopp

2. Den nahesten Flughafen nehmen

3. Nur noch den Zug zu einem entfernten Flughafen nehmen

4. Geld und Ausweißpapiere immer am Körper tragen

5. Fotoausrüstung immer mitnehmen und nie aus den Augen lassen.

6. Auto immer dicht machen und lieber zweimal schauen ob alles zu ist.

7. Niemals anderen Vertrauen.

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