Erlebnisse meiner Reise nach Costa Rica
Durchgeführt am 23.11. - 08.12.1999
Costa Rica-Reiche Küste, nannte damals Kolumbus diesen Fleck Erde. Und reich ist Costa Rica, nicht an Bodenschätzen aber was Fauna und Flora betrifft gibt es weltweit von der Artenvielfalt nichts vergleichbares.
Auf einer Fläche wie Niedersachsen bietet Costa Rica von Vulkanen, über Dschungel bis hin zu traumhaften weißen Sandstränden einfach für jeden etwas.
Eine Reise mit dem Titel : Pleiten , Pech und Pannen.
Erster Tag geplant: 10:30 Uhr Flug von München über Madrid und Miami nach San Jose
Ankunft 22:30 Ortszeit
Meine Reise nach Costa Rica am 29.11.2000 war nicht gerade von Glück beschieden. Die Reise begann ab München. Der Abflug war um 10:30 Uhr. Es war winterlich kalt und in der Nacht begann es zu schneien. Um 5 Uhr war wecken und um 6:30 fuhr ich mit einen Leihwagen Richtung München. Von Erlangen aus schlappe 180 km. Dachte ich. Auf schneeglatter Autobahn kam ich bis nach Holledau, ungefähr noch 60 km bis zum Flughafen. Stau! Lastwagen standen quer und es bewegte sich absolut gar nichts. Die Zeit floss dahin und ich wurde immer nervöser. Über Funk verständigten sich die LkW-Fahrer und so bekam ich mit dass der Stau auf 20 km Länge die Autobahn blockiert. Die Streufahrzeuge kamen nicht durch. Um 11 Uhr war ich am Flughafen. Auto abgeben und schnell zum Iberia-Flugschalter. Die Maschine war weg. Die Dame hinter dem Schalter war gar nicht überrascht, denn sie machte mir den Vorschlag entweder heute am späten Abend oder morgen um gleicher Zeit die Maschine nach Madrid zu nehmen. Ich entschloss mich in München zu übernachten und am nächsten Tag zu fliegen. Per Fax informierte ich die Agentur dass ich einen Tag später komme.
Zweiter Tag : 10:30 Uhr Flug von München über Madrid und Miami nach San Jose
Ankunft 22:30 Ortszeit
Ein zeitraubender Flug mit langen Anschlusszeiten in Madrid und Miami lag vor mir. Todmüde kam ich am späten Abend in San Jose an. Henry ein ausgewanderter Deutscher, den ich über das Internet kennen lernte und der gerade im Aufbau einer Reiseagentur war, holte mich wie ausgemacht ab. Mit einem Jeep fuhren wir dann zu seinem Dorf Trinidad in der Nähe von Ciudad Colon, das 30 km entfernt in einer bergigen Umgebung lag. Am nächsten Tag um 5 Uhr früh sollte die von mir gebuchte 5 tägige Rundreise beginnen. Die Tour wurde in Beisein von drei weiteren jungen Männer aus Deutschland durchgesprochen. Guillermo der Reiseführer, ein Schweizer wollte, dass wir vorab die 340 USD bezahlen. In meinem Rucksack hatte ich 1000 USD Reiseschecks, dachte ich. Ich machte die Seitentasche auf, wo ich glaubte das Geld zu haben. Nichts. Mein Kuvert mit den Reiseschecks war weg. Ich suchte und suchte, stellte den ganzen Rucksack auf den Kopf, das Geld war nicht auffindbar. Mir ist bis heute schleierhaft wo die Schecks geblieben sind. Auf den Flug von Madrid nach Miami hatte ich sie noch. Von da an aber verlor sich die Spur. Entweder gestohlen oder verloren ich wusste es nicht. Also sagte ich die Tour ab, um am nächsten Tag die Schecks sperren zu lassen und mir neue zu besorgen. Eine schlaflose Nacht begann.
Dritter Tag : Mit dem Taxi nach San Jose
Jeder kennt die Werbung von Amerika Express Traveleer-Scheck wo die Frau jammert ihr Geld ist gestohlen und der Mann im Liegestuhl liegt und sorglos schaut. Der Slogan "Wir bringen ihnen das Geld ins Hotel" ist leider nicht zutreffend. Nach endlosen Telefonate machte ich mich um 10 Uhr auf und fuhr mit dem Taxi nach San Jose. Mit der Adresse der Bank als Vertretung von American Express fuhr ich los. Eine Odyssee begann. Im erstickenden Verkehr von San Jose brauchte der Taxifahrer 2 Stunden die gewisse Bank zu finden. Diese schickte mich wieder zu einer anderen Filiale. Zig Kunden warteten geduldig bis sich an den 3 Schaltern ab und zu was tat. Nach endlosen warten war ich an der Reihe. In meinem nicht ganz so gutem Englisch wollte ich der Frau am Schalter alles erklären. Leider war sie dieser Sprache nicht mächtig und ich konnte kein Spanisch. Wieder warten bis ein Kollege der Frau sich bemühte mich meiner an zu nehmen. Dann wieder unzählige Telefongespräche nach Amerika und England. Jedes mal die gleiche Story, wo ich die Schecks verloren hätte, wann ich sie zuletzt gesehen hätte und viele andere Fragen. Nachdem ich den Geburtsnamen und das Geburtsdatum meiner Mutter sagen musste war die erste Hürde genommen. Ich musste nur noch auf einen Rückruf warten. Dieser Rückruf kam exakt nach 2 1/2 stunden. Um 15:30 war ich dann wieder glücklicher Besitzer von 1000 USD Reiseschecks. Zermürbt machte ich mich auf den Rückweg. Der Taxifahrer war zufrieden mit 60 USD und einen schönen Tag. Ich aber hatte nun schon den den 3.Tag verloren und meine Stimmung war auf den Nullpunkt. Dann das nächste Problem. Da ich ja die Tour unternehmen wollte, war das Hotelzimmer für diese Zeit schon ausgebucht. Ein anderes Hotel war nicht in dieser Ortschaft. Also wo Übernachten? Henry machte sein Kinderzimmer frei was ich dankbar annahm. Wie geht es nun weiter ? Meine ganzen Pläne waren futsch. Henry und ich besprachen die Situation und mit seiner Hilfe stellten wir eine Tour zusammen die ich mit einem Leihwagen auf eigener Faust unternehmen wollte. Also bestellte ich mir einen Leihwagen. Es sollte ein ganz normaler Pkw sein. Um 9 Uhr am nächsten Tag sollte der Wagen geliefert werden.
Vierter, Fünfter und Sechster Tag : Warten auf das Auto, und Abfahrt nach Carara an der Pacific- Küste und zum Manuel-Antonio Nationalpark.
Um 7 Uhr stand ich auf, mein Koffer war noch so wie ich ankam. Es
wurde 9 Uhr, 10 Uhr, kein Auto kam. Um 10:30 bat ich Henry die
Leihwagen-Agentur anzurufen was los sei. Die Antwort, kein Auto dieser
Klasse verfügbar. Was tun? Es gab nur Jeeps mit Allradantrieb. Kosten 65
USD pro Tag. Das waren 25 Dollar mehr als das gewünschte Auto. Mir war
nun alles egal, nur ein Auto wollte ich haben. Um 12 Uhr kam der Wagen.
Nun konnte mein Urlaub beginnen. In nachhinein war es total richtig,
dass ich diesen Geländewagen gebucht hatte. Schotterstraßen mit tiefen
Löchern, teilweises durchfahren von Bächen und Steigungen die ein
normales Auto nicht geschafft hätte, begleiteten mich. Mein erstes Ziel
war der Nationalpark Carara. Die Anreise erfolgte über San Jose, Atenas
und Orotino in Richtung Jaco. Ich fuhr durch die Berge und sah eine
herrliche Landschaft mit Urwald, Schluchten und Tälern. Die Straße war
nicht asphaltiert und nach 4 Stunden Fahrzeit war ich an meinem ersten
Ziel. Etwa 15 km nach Jaco befindet sich der Zugang zum NP. An der
Brücke über den Rio Tarcoles sollte man halten und die Krokodile
beobachten.
Man
sollte dabei unbedingt auf das Auto achten und sämtliche Wertgegenstände
mitnehmen, da es hier schon viele Autoaufbrüche gegeben hat. Bei meiner
Anwesenheit war zufällig ein Polizeiwagen vor Ort.
Das biologische Reservat Carera ist eine tropische Waldgegend an der zentralen Pacific-Küste. Die Vegetation ist aufgrund der unterschiedlichen Höhen die der Park einnimmt, sehr verschieden. Da der Wald dort nicht so verwachsen ist, ist die Beobachtung von Pflanzen und Tiere einfach. Man sieht hauptsächlich Geier, Enten und Tukane, verschiedene Affenarten, Faultiere, Krokodile und Riesenschmetterlinge.

Ich
suchte mir ein Zimmer in Villa Labas ein sehr schöner Ort mitten im
Grünen im gleichnamigen Hotel. Am Abend fuhr ich nach Jaco den größten
touristisch erschlossenen Ort auf Costa Rica mit wohl den größten
Sandstrand.
Am nächsten Tag der Besuch des Nationalparks. Am Eingang bezahlt man 10 USD. Eine Anzahl von Führern bieten ihre Dienste an. Für weitere 10 USD durchstreifte ich den Park mit einem Führer. Die Tour dauerte 4 Stunden und ich habe fast alle oben beschriebene Tiere zu Gesicht bekommen. Dies wäre ohne Führer nicht möglich gewesen. Mit meiner Videokamera machte ich ganz tolle Aufnahmen. Am Abend war ich wider in Jaco, da hier die Möglichkeiten was zu unternehmen sehr vielfältiger waren als in Villa Labas.
Am nächsten Morgen fuhr ich zu den beliebtesten Nationalpark Costa Ricas, den Manuel-Antonio-Nationalpark.
Der Nationalpark zählt sowohl bei der einheimischen Bevölkerung als auch unter Naturtouristen zu den beliebtesten Ausflugzielen. Der Grund hierfür liegt in seiner einfachen Zugänglichkeit und der schönen Lage direkt an der Pacific-Küste. Auf kleinsten Raum bietet der NP reichhaltige Tier-und Pflanzenwelt. Der Parkeingang befindet sich genau am Ende der Straße, welche dort einen Kreis zieht.
Entlang
des Strandes findet man Stände mit Souvenirs, Kokosnüssen und tropischen
Getränken Um in den Park zu kommen muss man einen Flusslauf überqueren
der bei Ebbe ungefähr 20 cm Wasser hat. Für 1 USD kam man mit einem
Ruderboot die 100 m lange Strecke trockenes Fußes erreichen.
Am
Eingang bezahlt man 6 USD. Ich ging in aller Ruhe entlang der Pfade und
versuchte möglichst viele Tiere zu entdecken.
Leguane
und Affen waren leicht zu sehen, die gibt es hier in Massen. Vögel,
Faultiere oder ein Gürteltier bekam ich nicht zu Gesicht. Affen
0bwohl diese Tiere auch hier zu sehen sind, fehlt einfach das geschulte Auge.
Was mich am meisten beeindruckte waren die sehr schönen traumhaften Sandstrände, die lieblich in den Buchten eingebunden waren.
Siebter Tag: Zum Catarata-Wasserfall
Im Hotel erfuhr ich dass ganz in der Nähe ein wunderschöner
Wasserfall zu besichtigen ist. Also machte ich mich auf den Weg. Nach 20
Minuten Fahrzeit sah ich das Schild auf der linken Straßenseite " La
Catarata Wasserfall" und bog ab. Nach weiteren 2 km ging es nicht mehr
weiter. Am Parkeingang fragte ich den Parkwächter nach dem Weg. Ein 1
stündiger beschwerlicher Weg lag vor mir. Gott sei Dank hatte ich gute
Wanderschuhe dabei. Im Waldboden gehauene Stufen mit teilweisen sehr
engen Abschnitten führten steil abwärts. Nach dem ich 3 Bäche überquerte
hatte, was durch glitschige Steine gar nicht so leicht war, kam ich nach
gut 50 Minuten zu dem Wasserfall. Der Blick war grandios. Wieder machte
ich super Aufnahmen mit meiner Camera. La Catara ist mit 300 m
Gesamtfallhöhe der höchste Wasserfall auf Costa Rica und wird von 2
Flüssen gespeist. Nach dem ich alles gefilmt hatte machte ich mich auf
den Rückweg. Der Aufstieg war die Hölle. Mittlerweilen war die
Temperatur auf 28°C gestiegen und die Luftfeuchtigkeit war
schätzungsweise bei 90%.
Ich
schwitzte wie nie zu vor in meinem Leben. Da ich auch kein Wasser zum
trinken hatte, war ich fast am verdursten als ich nach 1 1/2 Stunden
wieder bei meinem Auto war. Dies war mir eine Lehre und auf meinen
nächsten Touren hatte ich immer mindestens 2 Flaschen Wasser dabei.
Am frühen Nachmittag war ich wieder in aco und verbrachte die letzten
Stunden am Strand. Ein wunderschöner Sonnenuntergang beendete diese
Tour.
direkt zur 2. Woche
Costa Rica