2.Woche
Die
Fahrt von Temuco nach Puerto Montt war
sehr kurzweilig, da das Landschaftsgebilde sehr vielfältig und
abwechslungsreich war. Am frühen Nachmittag hat man die 550 km entfernte
Hauptstadt der 10. Region erreicht.
So
reichte noch die Zeit, um diese von vielen
Deutschen Einwanderer bewohnte Stadt zu besichtigen. Die Küstenstrasse
(Costanera) erstreckt sich entlang der weiten Bucht des
Reloncavi-Golfes. Die Strasse führt auch zu dem 2 Kilometer entfernten
kleinen Fischerdorf Angelmo. Dieser Ort mit einem schönen Hafen, ist die
größte Attraktion von Puerto Montt.
Entlang der Seeseite bieten kleine Restaurants ihre Fischgerichte an und Kunsthandwerker ihre selbst gefertigten Holz und Lederwaren sowie handgefertigten Wollsachen. Hier erledigte ich meine Weihnachtseinkäufe für die Lieben zu Hause.
Am
nächsten Morgen dann der Flug nach Punta
Arenas der Hauptstadt der 12.Region in Süden von Patagonien. Der Blick
aus dem Flugzeug war wieder atemberaubend schön. Beim Landeanflug
auf
Punta Arenas wurde das Flugzeug von
stürmischen Wind ganz schön ins Schaukeln gebracht. Eine Stunde später
ging es dann mit dem Bus zu der 3 Stunden entfernten Ortschaft Puerto
Natales. Nun sah man nur noch sturmgepeitschte Steppenlandschaft und
sehr viele Schafe.
Die
Temperatur lag nur noch bei 14°C. In Puerto Natales angekommen, wehte
weiter ein Wind wie ich es noch nie erlebt hatte. Die Menschen waren
winterlich gekleidet und ich war froh, über
meinen
Pullover aus reiner Schafswolle, den ich
in Angelmo gekauft hatte. Im Hotel Miledon dagegen war es angenehm warm
nach einer kurzen Stadtbesichtigung, die an diesem Tag noch auf dem
Programm stand.
Die
am nächsten Morgen
um 8 Uhr angesetzte Tagesreise machte mir wettermäßig Sorgen.
Doch
es kam ganz anders. Aus einem wolkenbehangenen Himmel zeigten sich ab
und zu ein paar Sonnestrahlen, doch e wurde noch am Vormittag ein
strahlend blauer Himmel und der Wind hatte normale Verhältnisse
angenommen.
Das Boot hatte einen Aufenthaltsraum für 36 Personen mit wunderschönen
Ausblick. Die Fahrt ging zum Parque Nacional Bernardo
O´Higgins durch den Kanal Senoret sowie dem Fiordo Ultima Esparanza.
10 sehenswerte Punkte waren in dem
Programm
enthalten, dass das Schiff ansteuerte. Nach ungefähr15 Minuten fuhren
wir an Puertas Bories einer früheren industriellen Kühlanlage aus
dem
Jahre 1913 vorbei. Es war der Hafen wo die Viehprodukte der patagonischen Farmer von Chile nach Argentinien verschifft wurden. Weitere
Ziele
waren Puerto Consuelo wo der deutsche Kapitän Hermann Eberhart die erste
Viehfarm aufbaute. Dann kamen wir zu einer Kormoran-
Kolonie die den Pinguinen gleichen.
Um
so weiter das Schiff in den Fjord hinein fuhr, desto attraktiver wurde
die Landschaft und die Berge immer majestätischer. Die absoluten
Höhepunkte waren dann der Balmaceda Gletscher und der Monte Balmaceda
sowie der Gletscher Serano wo man zu Fuß bis zum Gletschereis kommt.

Auf
dem Weg zum Nationalpark Torres del
Paine, kommt man zur Höhle des Mylodoms. Das lebensgroße Modell eines
Riesenfaultiers ziert den Höhleneingang. In dieser Höhle von 200 m Länge
und 30 m Höhe machte der deutsche Kapitän Eberhard 1895 einen
außergewöhnlichen Fund. Das Fell eines prähistorischen Tieres, genannt
Mylodom. Sie spielt in den berühmten Patagonien- Buch von Bruce Chatwins
eine Schlüsselrolle. Die Höhle sorgte vor gut 100 Jahren in
Wissenschaftskreisen für Furore über die angeblichen Funde von diesem
legendären Riesenfaultier.
Zum
Eindrucksvollsten, was der Süden
Patagoniens zu bieten hat, ist der berühmte Nationalpark Torres del
Paine. Der Nationalpark wartet mit gewaltigen Felsformationen auf und
ist ein Ort des Friedens. Das Gebiet der Paine ist
unbewohnt
und eines der letzten
Paradiese
dieser Welt. Es ist mit 12 Millionen Jahre ein relativ junges Massiv.
Dieses Naturschutzgebiet
liegt am äußersten Ende der Andenkette und wurde 1959 gegründet.
Der
Nationalpark liegt auf einer Höhe zwischen 50 und 3050 m.
Die majestätische Bergkulisse inmitten
einer
weiten Ebene, die zahlreichen Seen, Flüsse,
Wasserfälle
und die vielen Wanderwege sind ein ideales Gebiet für alle Naturfreunde.
Man könnte
Wochen in diesen Park verbringen. Es gibt über 250 km angelegte Pfade
im
Park,
darunter auch eine Rundtour von 7 Tagen. Viele Tiere sind in
diesen Park zu sehen.
Vor
allem Guanakos, die den Kamelen zugeordnet werden und die sonst sehr
selten in Freiheit zu sehen sind.
Hier
sahich zum ersten mal das Tier, das mit den Anden immer in Verbindung
gebracht wird einen Kondor, den Wappenvogel Südamerikas. Seine
Flugkünste stellen alles in den Schatten. Hoch oben in den steilen
Felsabbrüchen der Anden ist er zu Hause. Er ist der größte Vogel der
Welt und seine Spannbreite beträgt über 3 Meter.
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Die
bekanntesten Felsformationen sind die
Torres (Türme) und die Cuernos (Hörner) aus Granit, die zahlreiche
Bergsteiger aus der ganzen Welt anzieht. Beeindruckend ist auch die
Besichtigung des Lago Grey mit seinen riesigen Gletscher "Glacier Grey"
von den permanent große Eisberge ins stahlblaue, eisige Wasser dieses
Sees fallen.
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Es ist ein wahnsinniges Erlebnis, das bunte Schauspiel der
reflektierenden Farben der Eisberge, der Sonne und des Wassers zu
erleben. Und immer wieder sind die 15 Zwei und Dreidausender des
Gebirgsstockes zu sehen, mit ihren Schnee bepuderten Gipfeln.
In
meinen kühnsten Träumen hätte ich mir diese Landschaft nicht so
vorgestellt. Es wird eine unauslöschbare Erinnerung bleiben, von den mir
so erträumten Ende der Welt.
Auf
der Busrückfahrt nach Punta Arenas kann man einen Abstecher machen zur
Pinguin-Kolonie. Sie liegt nur wenige Kilometer von Punta Arenas
entfernt.






