USA und Kanada 3.Woche
Fünfzehnter Tag :
Seattle, WA to Kennewick, WA 
Als ich früh erwachte traute ich kaum meinen Augen. Ich konnte es nicht glauben, dichter Nebel lag über Seattle. Meine Appetitlosigkeit, zurückzuführen auf die letzte Nacht wurde somit noch verstärkt. Da ich wusste welch schöne Strecke vor uns lag, hatte ich die Besorgnis von all dem nichts zu sehen. Aber es kam ganz anders. Wir waren kaum aus Seattle heraus strahlte wieder die Sonne. Im Tagesverlauf stieg die Temperatur fast auf 40°C. Ich war angenehm überrascht und meine Laune besserte sich. Erstes Ziel war die in bayerischen Stil nachgeahmte Ortschaft Leavenworth.
Nachdem
ich kein Frühstück hatte, kam mir die bayerische Küche gerade recht.
Sauerbraten mit Kartoffelklos und Blaukraut richtete meinen Magen wieder
auf.
Nach einer kurzen Ortsbesichtigung fuhren wir weiter Richtung Kennewick.
Einen weiteren kurzen Aufenthalt gönnten wir uns am Moses Lake in den Wenatchee Mountains. Umringt von Dichtbewaldeten Nadelholz ist er eine Oase der Ruhe. Ab Ellensburg wird die Landschaft dann nicht mehr so interessant.
Man
ist aus den Bergen und durch eine mehr oder weniger hügeligen Landschaft
kommt man nach Kennewick. Diese kleine Stadt besitzt keine nennenswerte
Attraktionen.
Super 8 Motel, Phone: 509 763 6888 Fax: 509 735 3878
626 N Columbia Center BLVD, Kennewick WA 99336 (Note 2) 57 US$
Sechzehnter Tag
Kennewick,
WA to Boise, ID
An diesem Tag lag eine der längsten Strecken vor uns. Drei Bundesstaaten wurden durchquert (Washington-Oregon-Idaho) und so fuhren wir bei besten Wetter sehr früh los. Die Strecke war landschaftsmäßig sehr eintönig und wenig besiedelt. Keine Parks oder andere Sehenswürdigkeiten lagen auf der Strecke. Erste Rast war in Baker City. In diesem Tal erhielten die Pioniere, die den Oregon Trail geschafft hatten, ihren ersten Eindruck von den unbekannten Territorium das sich vor ihnen ausbreitete. So stehen auch die gesamte Stadt und das umliegende Baker Valley im Zeichen der früheren Siedlungsgeschichte Oregon.
Auch
Gold wurde hier um 1861 gefunden. Dadurch schossen sieben
Goldsucherstädte aus dem Boden, die heute zum größten Teil verlassene
Geisterstädte sind.
In der US National Bank auf der Main Street von Baker City kann man neben anderen Goldfunden auch den 1931 entdeckten, 80,4 Unzen schweren "Amstrong Nugget" besichtigen.
Nach dem wir diese eigenwillige Stadt besichtigt hatten ging es weiter nach Boise.
Am
frühen Nachmittag kamen wir in
Boise an.
Boise ist mit rund 130000 Einwohnern Regierungssitz Idahos und auch
die größte Stadt im Norden der Rockys. Der hohe Freizeitwert und die
niedrigen Lebenshaltungskosten sind der Grund, dass viele nationale und
internationale Firmen hier ansässig sind.
Bei einem ausgedehnten Bummel durch die Downtown und den angrenzenden
Julia Davis Park sahen wir alle wesentlichen
Sehenswürdigkeiten. Das nach Washingtoner Vorbild erbaute State
Capitol, das historische
Indanha Hotel mit seinen Ecktürmen sowie den
Old Boise Historic Distric.
Wir verbrachten den Abend bei hochsommerlicher Temperatur (30°C) in der
Altstadt mit den liebevoll gepflegten Backstein-Gebäuden und den
zahlreichen Cafes, Restaurants, Bars und Galerien. Im Tagebuch meiner
Freundin steht, "Essen außen, pikfein und teuer , Chicen-Brust 17,95
US$, Forelle überbacken 21,95 US$" Bei einem Dollarkurs von 2,24 DM traf
sie den Nagel auf den Kopf.
Econ Lodge Boise , Phone:208 344 4030 Fax: 208 342 1635
4060 W Fairway Avenue Boise, ID 83706 (Note 2) 44 US$
Siebenzehnter Tag
Boise,
ID to Salt Lake City, UT

Heute hatten wir die längste Tagesstrecke vor uns. Eine landschaftlich außerordentliche reizvolle Strecke mit sehr vielen Sehenswürdigkeiten war als Tagestour kaum zu bewältigen.
So konzentrierten wir uns auf das wesentliche. Erster Stopp war bei
den Bruneau Dunes State Park.
In einem ehemaligen Flussbett des Snake Rivers hat der Wind in Tausenden von Jahren wie in einer riesigen Sandfalle gewaltige Dünen angeweht. Die Sanddünen erheben sich bis 140 m aus der kargen Landschaft zwischen Snake River und Bruneau River. Das Areal einschließlich zweier kleiner Seen steht unter Naturschutz.
Wir
fahren weiter durch ein fast endlos erscheinendes Farm und Ranchland.
Bei Hagerman verlassen wir den Highway 84 und fahren
auf der Interstate 30 nach Twin Falls. Zwischen Buhl und Hagerman auf
dem "Thousend Scenic Byway" ist das Phänomen der 1000
Quellen zu beobachten. Am östlichen Steilufer des Snake Rivers sprudeln
unzählige kleine und große Quellen zum Teil wasserfallartig aus dem
Felsen und ergießen sich in den Fluss. Es handelt sich um wieder
austretendes Wasser eines bei
Arco in Lavakanälen versickerten Lost River.
Fünf Meilen nördlich von Twin Falls liegen die imposanten
Shoshone Falls, die von Snake River gebildet wurden.
Man nennt sie auch die Niagarafälle des Westens.
In
der Nähe der Stadt Twin Falls überspannt in 150 m Höhe die
Perrin Memorial Bridge das Tal des Snake Rivers.

Von Twin Falls waren es noch vier Stunden Fahrzeit auf der Interstate 84 nach Salt Lake City. Auf der nun folgenden, eintönigen Strecke kamen wir schnell voran. Ungefähr 40 Kilometer von Salt Lake sieht man plötzlich wieder die Berge. Um 19 Uhr waren wir in unserem Hotel das etwas außerhalb der Stadt lag. Da dieser Tag der erste war der uns wirklich angestrengt hat, bedingt auch durch die mörderische Hitze bei fast 40°C, hatten wir keine Lust mehr am Abend in die City zu fahren. Nach einen guten Abendessen in einem der zahlreichen Restaurants in der Umgebung des Hotels, gingen wir dann früh zu Bett.
Achtzehnter Tag
Stadtbesichtigung
von Salt Lake City, UT und Umgebung
Ein langer Tag lag vor uns. Wir standen sehr früh auf denn es gab sehr viel zu sehen. Obwohl es wieder sehr warm war, die Temperaturen stiegen wieder auf fast 40°C, konnte man die trockene Hitze ertragen. Erstes Ziel war der Mormonentempel, das Wahrzeichen der Stadt.
Die
Sehenswürdigkeiten von Salt Leak City beziehen sich überwiegend auf
Monumente und
historische
Stätten der Mormonen. Die kostenlose Besichtigung des Temple Square die
wir an diesen Sonntag mitmachten war hochinteressant. Junge Mädchen aus
Deutschland die als Führer fungierten, wollten uns den Glauben der
Mormonen näher bringen.
Weitere Sehenswürdigkeiten sind Beehive House, This is the place Monument und das Capitol.
Den
ganzen Vormittag waren wir im Zentrum unterwegs. Im Geschäftszentrum der
Stadt mit den Shopping-Zentrum ZCMI machten wir Mittagspause und
beschlossen die Fahrt zum Antelope Island trotz
mittlerweilen Stolze 42°C zu wagen. Die Insel liegt nördlich von SLC im
großen Salt Lake und ist durch einer meilenweiten Brücke mit dem
Festland verbunden. Bisons und Antilopen sind hier zu besichtigen und
auch landschaftlich war sie einen Besuch wert.

Für
ein etwa 36 km südwestlich der City gelegenes Ziel, lohnt sich der Weg.
Die Kennecott Bingham Mine, ist die weltgrößte
Tagebau-Kupfermine.
Die Abbautiefe ist mittlerweile über 800
Meter
und der Durchmesser fast 6 Kilometer. Sie gleicht einer riesigen
Sportarena und ist schon beeindruckend. Am Visitor Center ist eine
Beobachtungsplattform. Hier sieht man die eindrucksvollen Maschinen und
Fahrzeuge bei der Arbeit.

Als
wir uns auf den Heimweg machten ging die Sonne über den
Wasatch Moutains mit einer unglaublichen Farbenpracht
unter.
Auch für SLC hier wäre ein Tag mehr angebracht, denn es gab in der Umgebung noch einiges zu sehen was aus Zeitknappheit einfach nicht realisierbar war.
Homestead SLC South Valley , Phone:801 269 9292 Fax:
5683 S.Redwood Road, Salt Lake City, UT 84123 (Note 2) 112.00 US$ für 2 Nächte
Neunzehnter Tag
Salt
Lake City, UT to Rawlins, WY

Als wir am frühen Morgen Salt Lake City den Rücken kehrten, wollte ich mir wenigstens noch die östlich liegende Ortschaft Park City, Austragungsort der Olympischen Winterspiele der Skiwettbewerbe 2002 ansehen.
Park
City liegt an den zerklüfteten Hängen der Wasatch Moutains. In
unmittelbarer Nähe ist das exklusive Skiresort Deer Vally.
Was wir sahen, waren die schon fertigen Sprungschanzen und eine
rege Bautätigkeit an neuen Häusern und Hotels. Nach gut einer Stunde
Aufenthalt ging es weiter nach Rawlins. Eine fast
unserer Alpen gleichenden Landschaft begleitete uns bis ungefähr 80
Kilometer vor Rawlin.
Rawlins
liegt in
Süd-Wyoming an der I-80, etwa 160 Kilometer östlich von
Rock Springs. Es ist ein verschlafenes Nest und nach Meinung
meiner Freundin "ein komischer Ort" was immer sie damit auch meinte. Es
war später Nachmittag als wir ankamen und ein schweres Unwetter war in
Anzug. Kaum waren wir im Hotel, fegte ein Sturm über die Landschaft wie
ich es noch nie erlebte. Aus den Wolken fegten Windhosen über die Felder
und alles was nicht befestigt war wurde mitgerissen. Es war für mich ein
faszinierendes Naturschauspiel. Nach gut einer Stunde war alles vorbei.
Am Abend ging ich dann alleine in einer Truckerkneipe wo ich mich mit
zwei Trucker rege unterhalten habe. Was ich aus den Worten der beiden
hörte, ist es ein wahrlich anstrengender Job ohne diesen Klischee von
Abenteuerromantik.
Sleep Inn Rawlins , Phone:307 328 1732 Fax: 307 328 0412
1400 Higley Blvd. 82301 Rawlins, WY (Note 2) 52.00 US$
Zwanzigster Tag
Rawlins
, WY to Denver, CO
Von
Walcott im Nordwesten von Wyoming bis Laramie
im Südosten ist es eine sehr reizvolle
Tour.
Als ich am Morgen erwachte und aus dem Fenster schaute, war der Himmel sehr stark bewölkt. Ich hatte ein wenig bedenken die von mir ausgewählte Route über die Snowy Range Road zu fahren. Erstens war es ein Umweg und zweitens, es könnte auch schon Schnee fallen in dieser Höhe die wir durchqueren wollten. Nach dem ich aber den örtlichen Wetterbericht hörte, der Gutes versprach machten wir diese Tour. Es war phantastisch was wir sahen. Unmittelbar an der Grenze zu Colorado, entlang der Snowy Range, liegt der Medicine Bow National Forest.
Am
Mirror Lake erreicht man eine Passhöhe von 3400 Meter.
Hier oben findet man weit verstreut viele Gletscherseen. Der
Medicine Bow Peak ist mit über 4000 Metern der höchste Berg der
Snowy Range.
In
Centennial einer kleinen Ortschaft mit mehreren Motels
ist man wieder im Tal. Von hieraus geht es schnurgerade durch eine
Prärielandschaft nach Laramie.
Laramie gleicht einer richtigen Westernstadt.
Verschiedene Museen widmen sich der Geschichte der Besiedlung des
Westens.
Darüber
hinaus gibt es ein US Marshals Museum und eine
nachgebaute Frontier Stadt, die mit Schauspielern belebt wird. Nach
einer Besichtigungstour und kurzer Einkehr im Mac Donalds ging es weiter
Richtung Cheyenne, der Hauptstadt von Wyoming. Cheyenne
liegt auf 1700 Meter Höhe, den Graet Plains einer
großen Ebene.
Cheyenne
verdankt seinen Namen den hier lebenden Indianern, die bis zur ihrer
Vertreibung durch die Siedler hier lebten. Im Zentrum steht das
sehenswerte, 1887 erbaute Capitol von Wyoming. Es besitzt eine goldene
Kuppel, korinthische Säulen, Tiffanyfenster und ist innen ausgeschmückt
mit ausgestopften Tieren und Gemälden. Im Vorgarten ist eine Statue mit
einem Bullen zähmenden Cowboy.

Unweit des Capitols, am Lincolnway, stehen noch viele Häuser aus der Gründerzeit. Das Wrangler House ist eines davon. Hier kaufte ich zwei original Wrangler Jeans und entsprechende Hemden für einen guten Preis.
Von
Cheyenne aus fuhren wir auf der Interstate 25 direkt nach
Denver. Es war so gegen 18 Uhr als wir die Stadtgrenze
erreichten.
Die
Autos Stoßstange an Stoßstange quälten sich in die Stadt. Wir brauchten
für die letzten 20 Kilometer über eine Stunde. Als wir im Hotel ankamen
war ich heilfroh und ich hatte keine Lust mehr, am heutigen Abend
nochmals in die City zu fahren was ich eigentlich vorhatte. Wir suchten
uns ein gutes Restaurant in unmittelbarer Nähe des Hotels. Schon war der
Tag gelaufen. Gut ausgeschlafen machten wir uns am nächsten Morgen auf,
um diese wunderschöne Stadt zu besichtigen.
Einundzwanzigster und Zweiundzwanzigster Tag
Denver,CO-
Stadtbesichtigung und Rückreise
Da unser Hotel in der Nähe des Flughafens war erkundigte ich mich bevor wir ins Stadtzentrum fuhren, ob der Flugplan wie auf dem Ticket angegeben am nächsten Tag in Ordnung sei. Alles in Ordnung und so konnten wir beruhigt unsere Sightseeing-Tour beginnen. In der Nähe des Zentrums gibt es genügend bewachte Parkplätze.
Im
Zentrum wird das Stadtbild von modernsten Hochhäusern bestimmt. Ein
kostenloser Pendelbusverkehr besteht zwischen den beiden Endpunkten der
16th Street Mail, einer der längsten gesperrten Einkaufstrassen .
Der
beste Platz für den Beginn eines Rundganges ist das State
Capitol. Auf einer der Stufen erkennt man eine Medaille mit den
Hinweis dass man nun 1600 m über den Meeresspiegel steht. Darum nennt
man Denver auch die "Mile
High
City". Von der Rotunda des Capitols hat man eine phantastische
Aussicht auf die Stadt und der Front Range, die östlichen Berge der
Rocky Mountains. Gegenüber vom Capitol steht das prachtvolle City and
County Building.
Am
Larimer Square liegt die eigentliche Geburtsstätte der Stadt.
Hier stehen auch noch die Häuser aus der Gründerzeit. Es gibt sehr viel
zu sehen und man kann fast alles zu Fuß erreichen.
Wir
verbrachten den ganzen Tag in Denver. Am Abend fanden wir ein sehr gutes
Restaurant in der 16th Street. Wir saßen außerhalb und es war sehr
interessant, die Leute die hier entlang gingen zu beobachten. Gegen 22
Uhr fuhren wir zurück zum Hotel und packten unsere Koffer. Am nächsten
Morgen um 5 Uhr, fuhren wir dann zum Flughafen.
Hotel Comfort Inn Airport, Phone: 303-367-5000 Fax: 303-367-5300
16921 E 32ND AVE, Aurora Colorado (Note: 1) 66 US$
Um
8:30 sollte unser Flug nach Chicago sein. Doch wieder kam es ganz
anders. Nachdem ich das Auto abgegeben hatte, was relativ schnell von
statten ging begaben wir uns zum Flugschalter. Ich konnte es nicht
glauben. Wieder 3 Stunden Verspätung. Wieder den Anschlussflug nach
Frankfurt verpasst. Wieder warten auf einen weiteren Flug nach Nürnberg.
Wieder 26 Stunden unterwegs, es war zum Verzweifeln. Ich kann nur jedem
empfehlen einen Direktflug zu buchen wann immer es auch geht.
Das Fazit unserer Reise:
Wir haben unheimlich viel gesehen, aber eine Woche länger wäre vorteilhafter gewesen.
Ich würde diese Reise nicht mehr in August unternehmen sondern Anfang September. Die Parks sind dann nicht mehr so stark von Urlaubern frequentiert und es ist nicht mehr so heiß.
Wer uneingeschränkte Freiheit und grenzenlose Weite liebt, wer naturverbunden ist und auch so denkt, den kann ich diese Tour nur empfehlen.
Ich habe diese Tour auf Video mit Ton und Kommentar aufgenommen und wer Interesse hat kann für einen Unkostenpreis von 9,95 Euro + Versandgebühren eine Kopie erwerben.
USA - Kanada Rundreise






